Bayern 2 - Hörspiel und Medienkunst

Die Quellen sprechen
Stand: 15.01.2013

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945

Skript Höredition: "Dok. 01-006: Walter Gyssling beschreibt Ausschreitungen und Misshandlungen in München am 9./10. März 1933: Hinter uns liegt eine Nacht des Grauens. Es war" | Bild: Keller Maurer Design, München

Von den antisemitischen Aktionen in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtergreifung zum Holocaust, der sich über ganz Europa erstreckt: Schauspieler und Zeitzeugen lesen hunderte von ausgewählten Dokumenten – verfasst von Tätern, Verfolgten und Beobachtern. Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen, Befehle, Privatbriefe und Tagebuchaufzeichnungen. Historiker erläutern die politischen Hintergründe und diskutieren Forschungsfragen. Zeitzeugen erzählen, was ihnen widerfuhr und wie sie überleben konnten.

Die Höredition entsteht im Zeitraum von 2013 bis 2017 in mehreren räumlich und zeitlich gegliederten Staffeln. Sie wird im Radio, in Bayern 2 ausgestrahlt und im Internet dauerhaft verfügbar bleiben. Im Januar/Februar 2013 wird die erste Staffel mit den ersten vier von insgesamt 16 Teilen veröffentlicht. Die zweite Staffel folgt 2014.

Die Höredition folgt in ihrer Auswahl einem aktuellen Forschungs- und Editionsprojekt, das viele Dokumente erstmals zugänglich macht: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 — 1945 ist der Titel der insgesamt auf 16 Bände angelegten Quellenedition, die im Oldenbourg Verlag erscheint, herausgegeben im Auftrag des Bundesarchivs, des Instituts für Zeitge­schichte, des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und des Lehrstuhls für die Geschichte Ostmitteleuropas an der Freien Universität Berlin von Susanne Heim, Ulrich Herbert, Hans-Dieter Kreikamp, Horst Möller, Gertrud Pickhan, Dieter Pohl, Hartmut Weber, Andreas Wirsching. Bislang, seit 2008, sind sechs Bände veröffentlicht (Stand Januar 2013).

 „Die Quellenedition“, so die Herausgeber, „lässt sich als wissenschaftliches Nachschlagewerk benutzen, kann aber auch als Schriftdenkmal für die ermordeten Juden Europas gelesen werden.“ Die Edition umfasst eine wissenschaftlich fundierte Auswahl authentischer Zeugnisse der Opfer und Verfolger, aber auch der nichtjüdischen Bevöl­kerungsmehrheit. Historische Quellen, das sind „Schrift- und gelegentlich transkribierte Tondoku­mente aus den Jahren der deutschen Gewaltherr­schaft zwischen 1933 und 1945“. Die Dokumente sind chronologisch angeordnet, um „interpretierende und dramaturgische Abfolgen“ zu vermeiden. Es gilt vielmehr, in ständig wechselnden Perspektiven eine repräsentative Auswahl aus allen Lebensbereichen bereitzustellen, Funktionsträger jeder Art zu Wort kommen zu lassen, Menschen in ihrer damaligen, begrenzten Wahrnehmung und ihren unterschied­lichen Horizonten.

Quellenedition

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945

Im Mittelpunkt der Höredition Die Quellen sprechen stehen die von Schauspielern und Zeitzeugen gelesenen Dokumente aus der im Oldenbourg Verlag veröffentlichten Publikation. Vertiefend werden zwei zusätzliche Gesprächsreihen angeboten. Die Reihe Die Quellen sprechen – Diskurs ermöglicht Historiker/-innen Forschungsfragen und Hinter­gründe zu erläutern und zu diskutieren. Persön­liche, lebensgeschichtliche Einblicke vermittelt die zweite Reihe Die Quellen sprechen – Zeitzeugen: An der Produktion beteiligte jüdischen Zeitzeugen berichten, wie sie die Verfolgung erlebt und überlebt haben.

Die Webseite die-quellen-sprechen.de macht alle Dokumente der Höredition dauerhaft öffentlich zugänglich. Die gesprochenen Quellen werden ergänzt durch Kurzbiografien, Manuskripte, politische Landkarten und erweiterte Recherchemöglichkeiten. Daneben bietet sie die diskursiven Beiträge mit Historiker/-innen und die Gespräche mit an der Produktion beteiligten Zeitzeugen an.


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