Bayern 2 - Heimatspiegel

Volksmusik und Informationen

Heimatspiegel Volksmusik und Informationen

Spiegelung in einer Qwetschn | Bild: BR / Stefan Frühbeis

Zur Einstimmung auf den Tag: Mit Volksmusik aus der Region und mit Moderatoren, die in Bayern daheim sind. Volkskundliches und Brauchtum finden hier ihren Platz, doch darüber wird auch der Blick auf die Gegenwart nicht verstellt.

Denn Heimat ist das Hier und Heute. Heimat ist der Ort, wo die Menschen in vertrautem Umfeld leben und auch die eine oder andere Überraschung erleben.

Sendezeiten

Der "Heimatspiegel" wird Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag aus dem Funkhaus München gestaltet.

Am Dienstag, Donnerstag und Sonntag übernehmen dies die Kollegen aus dem Studio Franken in Nürnberg. Den Regionen entsprechend ist auch die Musik ausgewählt.

Aktuelle Themen aus Bayern, regionales Brauchtum, Wetter und Veranstaltungshinweise ergänzen das Programm.

Heimatspiegel extra

An Feiertagen senden wir einen "Heimatspiegel extra": zu hören um 7.05 Uhr auf Bayern 2 und um 8.05 Uhr auf BR Heimat.

Feiertagsprogramm

Erster Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember 2017

Ein Leben für den Dreiklang
70 Jahre Fischbachauer Sängerinnen
Von Martin Wieland

Von Beginn an haben die Fischbachauer Dirndl viel Freude am Dreigesang.

1947, vor 70 Jahren, stehen drei junge Madl aus dem Leitzachtal im Miesbacher Oberland das erste Mal öffentlich auf der Bühne: Die Fischbachauer Dirndl.

Kathi Greinsberger, Rosi Prochazka (+2017) und Franziska Bucher kennen sich seit ihrer Schulzeit in der Klosterschule am Wallfahrtsort Birkenstein. Das gemeinsame Singen wird bald zu einer großen Leidenschaft. Schnell wird der Volksliedsammler Paul Kiem aus Wildbad Kreuth aufmerksam auf die 3 Dirndl mit den glockenreinen Stimmen und versorgt sie mit passenden Liedern und Jodlern.

In den Jahrzehnten danach werden die Fischbachauer Sängerinnen vor allem mit vielen eigenen Liedern und mit ihrer herausragenden dreistimmigen Singpraxis bekannt und prägen damit die alpenländische Volksmusik entscheidend mit. Weit über die Grenzen des Leitzachtales hinaus zeigen sie ihre Verbundenheit und Liebe zu ihrer Heimat. Perfekte Intonation und ein faszinierender Stimmumfang ist es, was die Fischbachauerinnen zur Legende werden lässt. Verbunden mit der kreativen Ader, im Stil der alpenländischen Volksmusik neue Lieder zu schaffen, die bis heute ebenso legendär sind, wie ihre Schöpferinnen selbst. Neben Alm- und Liebesliedern entstehen vor allem viele geistliche Lieder, die im kirchlichen Jahreskreis, wie z.B. Advent und Weihnachten, bis heute landauf und landab zum Einsatz kommen und von Gesangsgruppen gerne in deren Repertoire übernommen werden.

Martin Wieland erinnert im Heimatspiegel-Extra am Ersten Weihnachtsfeiertag mit Interviews und Archivaufnahmen an die „legendären“ Fischbachauer Sängerinnen.

Blick ins Fotoalbum

Zweiter Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember 2017

„Freu dich Erd und Sternenzelt“
Weihnachtliche Musik aus Böhmen

Von Martin Fogt

Strahov-Kloster in Prag

Zu Zeiten Mozarts galt Böhmen als das Konservatorium Europas, und viele dortige Musiker zogen, um ihr Glück zu machen, in die Welt hinaus, ob sie nun Myslivecek, Benda, Zelenka oder Vorisek hießen. Wer im Lande blieb, spielte in einer kleineren oder größeren Hauskapelle einer adeligen Familie. So hatte der Prager Graf Chotek drei Brüder namens Havelka in seinem Dienst, die sich auch sonst nützlich machten. August, der Koch, spielte Oboe und Violine, František und Vladislav, ihres Zeichens Küchenbedienstete und Schneider, spielten Klarinette. Ein adeliger Herr auf dem Land konnte sogar seine Bäuerinnen und Bauern in einer italienischen Oper einsetzen, die er zu seinem Vergnügen aufführen ließ.

Dass eine solche Musikpflege gedeihen konnte, verdankt man zum einen den Kompositionslehrern und Musikern in den größeren Städten, zum anderen den Schullehrern, die die Träger der Musikkultur auf dem Land waren. Bei letzteren wurden die Musikkenntnisse oft mehr geschätzt, als das Vermögen, den Kindern den Lehrstoff beizubringen. "Jeder Böhme scheint ein geborener Musiker zu sein. Ein Instrument zu haben, ist ihm so natürlich als essen und trinken", meinte der Engländer John Russel, der in den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts das Festland bereiste. Ihren Niederschlag findet die Musikliebe der Böhmen auch in weihnachtlicher Musikliteratur und wohl in keinem anderen Land findet sich eine derart reiche Auswahl in diesem Genre. In seiner Sendung lädt Sie Martin Fogt zu einem musikalischen Spaziergang ein, der am Prager Strahov-Kloster beginnt und am Altstädter Ring vor der Theinkirche endet. Der musikalische Bogen der Anklopflieder, Pastorellen und Chorsätze reicht von den Meistern der Renaissance bis zu den Lehrerkantoren des 19. Jahrhunderts.

Heilig Drei König, 6. Januar 2018

Wer heißt denn heut noch Melchior?
Eine drei-königliche Namenskunde

Von Regina Fanderl

Kapar, Melchior und Balthasar sind die Heiligen Drei Könige

"Da Kaspar, da Melchior, da Balthasar wünschen Euch alle a rechts guats Neu's Jahr" - so oder ähnlich heißt es in manchem bayerischen Dreikönigslied. Sei es, weil sich das "Jahr" so schön auf den "Balthasar" reimt oder weil die Feiertage "Heilig Drei König" und "Neujahr" im Kalender so nah beieinander liegen. "C+M+B" schreiben wir heute auf unsere Türen, drei Buchstaben, die, wie wir gelernt haben, für "Christus mansionem benedicat" stehen, für "Christus segne dieses Haus" - und eben nicht für Kaspar, Melchior und Balthasar. 

Dabei gehen uns die drei Namen so leicht von den Lippen. Durch ihre berühmten Träger aus dem Matthäus-Evangelium gehören sie zum gängigen Sprachschatz schon ganz junger Sternsinger, und auch erwachsene Angehörige unseres Kulturkreises können sie mühelos aufzählen. Umso erstaunlicher, dass es weder "Kaspar", noch "Balthasar" und erst recht nicht "Melchior" jemals in die Top Ten der beliebtesten männlichen Vornamen geschafft haben. Nicht einmal in jüngster Zeit, da althergebrachte Namen wieder zu ungeahnten Ehren kommen: vom Leonhard über den Korbinian bis hin zur Therese und Philomena! Chancen, in ein Tauf- oder Geburtenregister eingetragen zu werden, hat allenfalls der "Kaspar" - aber dann oft mit einem chicen "C" vorne geschrieben. Träger der Namen "Melchior" und "Balthasar" sind dagegen nur mit Mühe zu finden und auch dann meistens nur in den Reihen von Herren fortgeschrittenen Alters. 

Regina Fanderl hat sich auf die Suche gemacht und für eine kleine Namenskunde drei "Königsnamenträger" ausgekundschaftet. Alle drei singen oder musizieren und passen somit nicht nur zum Tag, sondern auch in den volksmusikalisch geprägten "Heimatspiegel extra" am Dreikönigstag.

Bayern natürlich

Maulwurf | Bild: picture-alliance/dpa Heute | 06:05 Uhr BR Heimat zur Bildergalerie Der Natur auf der Spur Tier- und Pflanzen-Geschichten aus der Heimat

Könnten Sie auf Anhieb sagen, wie sich Maulwurf und Wühlmaus unterscheiden? Die Unterschiede sind nämlich deutlich mehr als die Gemeinsamkeit: unterirdische Gänge als Heimat. Hier erfahren Sie mehr! [mehr]

Obacht Bairisch, Gerald Huber, Stad halten | Bild: Bayern 2 zum Video Obacht Bairisch! Stad halten! Genießen!

Immer geht's rund, halt nie stad, wie wir Baiern sagen. Das bairische stad kann - genauso wie das schriftdeutsche still - zweierlei bedeuten: still sein und still stehen. Wobei stad ein ganz anderes Wort ist als still. [mehr]


Obacht Bairisch!: Geschenke gehören halt dazu  | Bild: Bayern 2 zum Video Obacht Bairisch! Geschenke gehören halt dazu

Das Schenken gehört dazu, seit es Menschen gibt. Konsumterror? Wohl kaum! Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Manchmal ist Schenken eben wichtiger als Beten! [mehr]

Buchempfehlungen

Hubertus Hinse / Toni Lauerer: Sagen aus der Oberpfalz. MZ Buchverlag
Gabriele Kiesl / Michael Cizek: Mystische Oberpfalz. Buch- und Kunstverlag Oberpfalz
Kristina Pöschl / Eva Bauernfeind (Hg.): Heimat. edition lichtung
Alois Schmid (Hg.): Das alte Bayern. Von der Vorgeschichte zum Hochmittelalter. C.H. Beck
Julian Nebel: Adele Spitzeder. ‚der größte Bankenbetrug aller Zeiten. FinanzBuch Verlag
Waldemar Fromm / Wolfgang Görl (Hg.): Rausch und Völlerei. Volk Verlag
Gerd Holzheimer / Dietlind Pedarnig: Kulinarisches Bayern. Allitera Verlag
Markus Richter: Ins Herz. edition tingeltangel
| Bild: MZ Buchverlag, edition lichtung, C.H. Beck, FinanzBuch Verlag, Volk Verlag, Allitera Verlag, edition tingeltangel; Montage: BR zur Bildergalerie mit Informationen Bumeders Buchtipps Bayerische Bücherschau Weihnachten 2017 von Franz Bumeder

Noch eine Woche bis zum Heilig Abend – und wie in jedem Jahr gibt es sicher einige unter unseren Hörerinnen und Hörern, die noch auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken sind. Vielleicht helfen dabei ja die Buchtipps von Franz Bumeder. [mehr]

Für Sie am Mikrofon

Heimatspiegel-Moderator Markus Tremmel | Bild: BR zur Bildergalerie Bildergalerie Unsere Heimatspiegel-Moderatoren

Hier können Sie sich anschauen, wer Sie täglich von 6.00 bis 9.00 Uhr auf BR Heimat in den Tag begleitet. Unsere Heimatspiegel-Moderatoren! [mehr]

Bilder

Fischbachauer Sängerinnen | Bild: Martin Prochazka zur Bildergalerie Blick ins Fotoalbum 70 Jahre Fischbachauer Sängerinnen

1947 standen drei junge Dirndl aus dem Leitzachtal im Miesbacher Oberland das erste Mal öffentlich auf der Bühne: Die Fischbachauer Dirndl. Seitdem haben die Fischbachauer Sängerinnen mit vielen eigenen Liedern und mit ihrer dreistimmigen Singpraxis die alpenländische Volksmusik entscheidend mitgeprägt. [mehr]


Simultankirche Eschenfelden | Bild: BR/Margit Ringer zur Bildergalerie Simultankirchen in der Oberpfalz Zwei Konfessionen unter einem Kirchendach

50 Simultankirchen gibt's in der Oberpfalz. In neun davon feiern Katholiken und Protestanen noch heutzutage ihre Gottesdienste - abwechselnd, also "simultan". Ein Radweg verbindet die Gotteshäuser, die seit dem 17. Jahrhundert von beiden Konfessionen genutzt werden. [mehr]


Auer Dult unter der Maria Hilf Kirche | Bild: BR/Stefan Frühbeis zur Bildergalerie Auer Dult Neuheiten, altes Graffl und viel mehr ...

Dreimal im Jahr findet die Auer Dult an der Mariahilfkirche in München statt. Dort gibt's alles, was das Herz begehrt: Geschirr, Bürsten, Lederhosen, Riesenrad, Schiffschaukel und gebrannte Mandeln. Aber sehen Sie selbst ... [mehr]


Franz Bumeder | Bild: BR zur Bildergalerie Bumeders Buchtipps Die bayerische Sommerbücherschau - die Titel

Noch eine Woche bis zum Heilig Abend – und wie in jedem Jahr gibt es sicher einige unter unseren Hörerinnen und Hörern, die noch auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken sind. Vielleicht helfen dabei ja die Buchtipps von Franz Bumeder. Der hat sich umgeschaut, was es auf dem bayerischen Büchermarkt an interessanten Neuerscheinungen gibt. Diese Neuerscheinungen beschäftigen sich diesmal vorwiegend mit der Vergangenheit. [mehr]


Denkmal für König Max I. Joseph in Rottach-Egern | Bild: BR/Kaufmanngrafik zur Bildergalerie Das königliche Tal Auf den Spuren der Wittelsbacher am Tegernsee

Als 1803 das Kloster Tegernsee aufgelöst wurde, fiel auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum weg. 1817 erwarb König Max I. Joseph die Gebäude. Damit kam wieder Leben ins Tal. Der Wittelsbacher und seine Familie sind dem Tegernsee bis heute verbunden. [mehr]