Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Leitfaden für einen mündigen Patienten Hintergrund
Von: Doris Schleich Stand: 06.12.2012

Gesünder durch Eigeninitiative

Arzt hört seiner Patientin zu | Bild: colourbox.com

„Hauptsache gesund!“ Dieser Wunsch gilt für fast alle Lebensphasen. Nicht wenige Menschen bezeichnen Gesundheit als das höchste Gut. Doch dieses Gut(e) kam lange Zeit gewissermaßen von oben.

Expertin:

Marianne-Koch | Bild: BR/Foto Sessner

Dr. Marianne Koch, Internistin und BR-Gesundheitsexpertin

Verantwortlich für die Gesundheit waren der Arzt und der “liebe Gott“. Und dass der Arzt dabei die Rolle des Halbgottes in weiß spielte, passte ins Bild. Erst allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass Gesundheit ein Gut ist, für das jeder selbst mitverantwortlich ist und an dem man ein Leben lang arbeiten muss: Die Patienten sind auf dem Weg dazu, mündig zu werden.

Lebensführung

Doch der Weg dazu ist anstrengend und aufwendig. Eine gesunde Lebensführung gehört dazu:

  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten,
  • seinen Blutdruck beobachten,
  • sich ausreichend bewegen und
  • auf Zigaretten verzichten.

Der mündige Patient informiert sich aber auch über die Punkte, die seine Gesundheit betreffen und tritt dem Arzt gegenüber als gleichberechtigter Partner auf.

Der mündige Patient ist gesünder

Mündige Patienten werden seltener krank. Die Heilungschancen steigen, wenn der Patient in den Genesungsprozess selbstverantwortlich eingebunden ist. Ein informierter Patient kann die Maßnahmen, die ein Arzt ihm vorschlägt, leichter verstehen und in seinem Leben umsetzen.

"Wir brauchen den mündigen Patienten auch deshalb, weil ohne das Mitwirken der Patienten das Gesundheitssystem in Zukunft nicht mehr bezahlbar sein wird. Die Grenze der Eigenverantwortung ist allerdings dann erreicht, wenn der Patient wirklich ernsthaft krank wird. Dann muss er sich vertrauensvoll in die Hände der Ärzte begeben und sich auf deren Kompetenz verlassen können."

Internistin Dr. Marianne Koch

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