Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Gallenleiden Hintergrund
Von: Patricia Stuchlik Stand: 28.02.2013

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Aufgaben und Probleme der Gallenblase

Patient beim Ultraschall der Gallenblase | Bild: picture-alliance/dpa

Wenn einem die Galle hochkommt, so bedeutet das, dass man sich ärgert.

Experte

Prof. Dr. med. Alexander Gerbes, Leiter des Leber Centrums München und stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität München-Großhadern | Bild: privat

Der Text beruht auf einem Interview mit Prof. Dr. med. Alexander Gerbes,  Leiter des Leber Centrums München und stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität München-Großhadern

Die Galle (womit umgangssprachlich sowohl die Gallensäure als auch die Gallenblase bezeichnet wird) weckt auch ansonsten eher negative Assoziationen wie 'Gallenkolik' oder 'Gallensteine'. Kein Wunder, denn Gallensteine sind eine häufige Erscheinung: Man geht davon aus, dass jeder Zehnte davon betroffen ist. Unangenehme Begleiterscheinungen wie Gallenkoliken treten glücklicherweise nur bei einem Bruchteil von ihnen auf.

"Die Gallenblase hat aber, wie alle anderen Organe, wichtige Aufgaben. Sie dient dazu, die Verdauung zu optimieren. Die dort gespeicherte Gallenflüssigkeit hilft vor allem bei der Fettverdauung."

Prof. Alexander Gerbes, Gastro-Enterologe am Klinikum Großhadern in München

Allerdings kann man, wenn es sein muss, auch ohne Gallenblase leben. Denn gerade bei schweren Gallensteinleiden wird das Organ häufig ganz entfernt. Und das sei kein großes Problem, meint der Spezialist für Leberkrankheiten Prof. Gerbes.

"Es gibt Tausende von Leuten, die einigermaßen gut ohne Gallenblase zurechtkommen."

Prof. Gerbes

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