Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Die Symptome: Chronische Schmerzen und mehr

Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, Erschöpfung (körperlich und/oder geistig) und Müdigkeit, Schlafstörungen mit nicht erholsamem Schlaf sind die Kernsymptome des Fibromyalgiesyndroms bei gut 97 Prozent der Patienten.

Stand: 18.10.2012
Mann mit Nackenschmerzen | Bild: colourbox.com

Patienten klagen über chronische Schmerzen, die sich über mehr als drei Monate hinziehen. Der Schmerz beschränkt sich dabei nicht auf eine Körperregion, sondern wirkt gleichzeitig über mehrere Regionen. Betroffen sind laut aktueller Patientenleitlinie:

  • Nacken und/oder oberer und/oder mittlerer und/oder unterer Rücken und/oder vorderer Brustkorb  
  • obere und untere Körperhälfte
  • rechte und linke Körperhälfte

"Der Schmerz ist in der Regel bereits von innen ohne Druck da, die Patienten sind aber meistens auch sehr druckempfindlich. Die Schmerzqualität kann unterschiedlich sein - von drückend, ziehend, stechend bis teilweise brennend. Die Schmerzqualitäten können auch wechseln. Dieses Wechselhafte ist auch etwas Charakteristisches beim Fibromyalgiesyndrom. Auch die Schmerzspitzen an verschiedenen Körperstellen können wechseln."

Dr. Andreas Winkelmann, Leiter der Tagesklinik für Fibromyalgie, Klinik der Universität München

Funktionelle Störungen

Neben diesen Schmerzen können aber auch noch weitere Beschwerden als funktionelle Störungen verschiedener Organe zusammengefasst werden. "Funktionelle Störungen" heißt: Man findet keine strukturelle Veränderung am Organ, die die Beschwerden erklären könnte. Patienten klagen zum Beispiel über Magen-Darm-Beschwerden, Atemnot oder starkes Herzklopfen. Untersucht man die betroffenen Organe, sind diese aber in Ordnung.

Woher kommt der Schmerz?

Normalerweise hat Schmerz eine Alarmfunktion. Er signalisiert: "Achtung, an dieser Stelle des Körpers ist etwas nicht in Ordnung." Beim Fibromyalgiesyndrom ist das anders: Der Schmerz entsteht nicht an den betroffenen Regionen, sondern im Nervensystem: Verschiedene Sinnesreize werden im Nervensystem weniger gehemmt und dadurch verstärkt wahrgenommen. So kann es zu einer Reizüberflutung und vermehrtem Schmerzempfinden kommen.


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