Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Medikamente: Abwägung von Nutzen und Risiken

Es gibt in Deutschland keine speziell für Fibromyalgie zugelassenen Medikamente. Jedoch gibt es Medikamente für chronischen oder starken Schmerz, zum Beispiel Antidepressiva.

Stand: 18.10.2012
Verschiedene Medikamente | Bild: colourbox.com

Zeitlich befristet werden Medikamente wie z.B. Amitriptylin, Duloxetin oder Pregabalin genommen.

Wichtig

Medikamente sowie Dosisanpassungen sind nur nach ärztlicher Information und unter ärztlicher Kontrolle auftretender Wirkungen und Nebenwirkungen einzunehmen.

"Man muss bei Medikamenten immer wieder neu abwägen: Ist der Nutzen größer als der Schaden? Rechtfertigen eine meist mäßige Verbesserung von Schmerz und Lebensqualität den Einsatz eines Medikaments mit den auftretenden Nebenwirkungen?"

Dr. Andreas Winkelmann, Leiter der Tagesklinik für Fibromyalgie, Klinik der Universität München

Nicht empfohlene Therapieverfahren

Wegen unzureichendem Wirknachweis bzw. möglichem Schaden werden folgende Therapien bei Fibromyalgiesyndrom nicht empfohlen:

Medikamente: Es liegen Nachweise einer fehlenden Wirksamkeit von Beruhigungs- bzw. angstlösenden Mitteln (sogenannten Tranquilizer) und für die meisten Opioide vor.

Quandrantenoperation: Die operative Lösung von „Verwachsungen“ an Akupunkturpunkten im Bereich von Tender Points widerspricht den aktuellen Erkenntnissen über die Ursachen und Krankheitsmechanismen des Fibromyalgiesyndroms (FMS). Schwerwiegende Komplikationen (z. B. Wundinfektionen) sind möglich.

Weitere Verfahren: Nicht nützlich sind auch lokale Injektionen an den Tender Points, hyperbare Sauerstofftherapie und Nahrungsergänzungsmittel.


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