Eine besondere Form der Abhärtung Therapie bei Allergien
Ganz allgemein wird Allergikern geraten, das Allergen zu meiden, das ihnen zu schaffen macht. Darüber hinaus bekommen sie eine symptomlindernde Therapie oder die sogenannte Hyposensibiliserung.
Mit Hilfe einer Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) können die Symptome allergischer Reaktionen erfolgreich vermindert oder beseitigt werden. Bei dieser Therapie bekommt der Allergiker in regelmäßigen Abständen immer höhere Dosen der Allergene verabreicht, die seine Beschwerden verursachen. Ziel ist, dass das Immunsystem eine Verträglichkeit entwickelt.
Voraussetzungen
Die Hyposensibilisierung eignet sich nicht bei jeder Allergie, doch bei Soforttyp-Allergikern ist sie z.B. bei Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren oder Insektengift hilfreich.
Ablauf der Therapie
In der Regel wird das Allergenpräparat in steigender Dosis unter die Haut gespritzt, und zwar üblicherweise dann, wenn die Pollen nicht in der Natur vorkommen (im Herbst oder Winter). Zu dem Zeitpunkt können sich natürliche und therapeutische Allergene nicht addieren. Anfangs bekommt der Allergiker jede Woche eine Spritze bis zu einer Höchstmenge. Die Behandlung kann sich über einen Zeitraum von ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten hinziehen. Die Gesamtdauer der Hyposensibilisierung beträgt mindestens drei Jahre.
Alternativen zur Spritze
Manche Präparate gibt es auch in Tropfen- oder Tablettenform. Der Patient muss sie immer zur gleichen Uhrzeit einnehmen und die Substanz ein paar Minuten unter der Zunge lassen, erst dann schlucken. Allergenpräparate müssen als Therapieextrakt zugelassen sein und eine Reihe von Auflagen erfüllen.
"Patienten können sich darauf verlassen, dass alle Allergenpräparate, die hier erhältlich sind, einen Wirksamkeitsnachweis erfüllen und Sicherheitsprüfungen durchlaufen haben. Bis vor einigen Jahren war das nicht so streng geregelt."
Prof. Franziska Ruëff, AllergieZentrum Ludwig-Maximilians-Universität München
Nebenwirkungen
Bei einer Hyposensibilisierung per Injektion treten oft Hautrötungen an der Einstichstelle auf, doch meistens verschwinden sie schnell wieder. In der Regel müssen Patienten nach der Behandlung noch eine Weile beim Arzt warten, um für den sehr seltenen Fall eines anaphylaktischen Schocks (d.h. eine plötzliche allergische Reaktion mit Atemnot oder Kreislaufversagen) sofort eine Behandlung zu bekommen.
Heilungsquote und -dauer
Bei einer Hyposensibilisierung gegen Insektengift liegt die Heilungsquote bei fast 100 Prozent. Patienten, die mit einer Standarddosis nicht ausreichend geschützt sind, können durch eine Erhöhung der Dosis erfolgreich behandelt werden. Wie lange die Wirkung einer Hyposensibilisierung anhält, ist von Patient zu Patient verschieden.
"Wir haben immer wieder Patienten, die einige Jahre nach einer Behandlung erstmal Ruhe haben, doch dann kommen die Beschwerden zurück. In so einem Fall kann die Behandlung nochmal durchgeführt werden."
Prof. Ruëff, AllergieZentrum der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München
Grenzen der Therapie
Wer allergisch auf Pollen oder Hausstaubmilben reagiert oder sensibel ist für andere Atemwegsallergene, dessen Heilungsquote liegt nicht ganz so hoch. Doch mit Hilfe einer Hyposensibilisierung können die Beschwerden verringert werden.

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