Was sind Allergien eigentlich? Definition und Diagnose
Bei einer Allergie bildet das Immunsystem Antikörper oder Abwehrzellen gegen Stoffe, die für den Organismus eigentlich gar nicht bedrohlich sind - das führt zu krankmachenden Reaktionen.
Häufige allergieauslösende Stoffe sind Pollen, Tierhaare oder Nahrungsmittel. Die Beschwerden können sich in unterschiedlicher Form äußern, z.B. Hautrötungen, Juckreiz, Schnupfen, Hustenreiz oder Atemnot. Allergien lassen sich mit Hilfe verschiedener Tests nachweisen, und neben einer symptomlindernden Therapie besteht bei einigen Auslösern die Möglichkeit der Hyposensibilisierung. Das Ziel ist, die Immunabwehr dazu zu bringen, nicht mehr auf die an sich harmlosen Auslöser zu reagieren.
"Egal, ob man ein Ei isst, eine Katze streichelt oder durch eine Wiese geht, das Immunsystem setzt sich mit allem auseinander. Es sollte aber nur dann zu krank machende Reaktionen führen, wenn ein Schadstoff vorliegt."
Prof. Franziska Ruëff, AllergieZentrum der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München
Was sind Allergien eigentlich?
Allergien sind Reaktionen auf an sich harmlose Stoffe (Allergene), gegen die vom Immunsystem Abwehrreaktionen erfolgen. Man unterscheidet grob verschiedene Allergie-Gruppen nach den klinischen Symptomen und den beteiligten Immunvorgängen, dabei ist der Typ-I (Soforttyp-Allergie) am weitesten verbreitet. Häufiger Auslöser dabei sind Pollen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel.
Unterstützende Diagnostik
Zur zuverlässigen Diagnose von Allergien können verschiedene Tests herangezogen werden:
- Beim Hauttest (oft Pricktest) wird die wahrscheinlich allergieauslösende Substanz (z.B. Hausstaub, Mehl oder Schimmelpilz) auf die Haut des Patienten gebracht. Betroffene reagieren nach etwa 15 Minuten z.B. mit einer Rötung.
- Beim Bluttest misst man Antikörper des IgE-Typs (Immunglobulin E) im Blut.
"Das größte Problem bei den Allergien ist, dass die Patienten vielfach unter anderem auch gegen irgendwelche Dinge sensibilisiert sind, die sie nicht krank, d.h. allergisch machen. So kann es passieren, dass der Arzt Blut abnimmt oder Hauttests macht, bei denen er immunologische Sensibilisierungen findet, aber die Patienten haben keine Allergie dagegen. Das muss man sehr sorgfältig auseinander halten."
Prof. Franziska Ruëff, AllergieZentrum Ludwig-Maximilians-Universität München
Mischformen
Bei manchen Patienten verstärkt und verändert sich die Allergie im Laufe ihres Lebens, sie haben anfangs z.B. Heuschnupfen oder Asthma, später kommt zusätzlich auch noch eine Nahrungsmittelallergie dazu. Von einem Etagenwechsel spricht man, wenn Patienten zuerst nur an Heuschnupfen leiden und später Asthma dazu kommt.
"In der Umgangssprache spricht man z.B. von 'dem Pollenallergen', auch wenn das nicht korrekt ist, denn Pollen enthalten viele verschiedene Allergene. Seit Kurzem gibt es die Möglichkeit, die Antikörper gegen einzelne Allergen-Bestandteile zu testen. Das ist sinnvoll, denn je zielgenauer die Diagnose ist, desto besser kann ein Patient behandelt werden."
Prof. Franziska Ruëff, AllergieZentrum Ludwig-Maximilians-Universität München

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