Von Zappelkindern und Traumtänzern: ADHS
Sie zappeln oder träumen, sind abgelenkt, unkonzentriert und extrem vergesslich. Ihre Eltern bringen sie oft zur Verzweiflung, ihre Lehrer immer wieder an die Grenzen: Kinder mit ADHS. Das Kürzel steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung. Drei bis sieben Prozent aller Kinder im Schulalter leiden an dieser Störung; das sind circa 500.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren in Deutschland. Und ihre Umwelt leidet mit. Es gibt wohl kaum eine Schulklasse ohne mindestens ein betroffenes Kind. ADHS trifft sehr viel häufiger Jungen, auf ein Mädchen kommen etwa vier Jungen. Meist sind die von ADHS betroffenen Jungen eher zappelig und hyperaktiv. Bei den Mädchen steht eher die Aufmerksamkeitsstörung im Vordergrund.
Expertin:
Dr. med. Sabine Dörning, Assistenzärztin in einer Münchner Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
ADHS ist so umstritten wie die Therapie. Vor allem wird kontrovers diskutiert, ob man betroffene Kinder mit Psychopharmaka behandeln sollte oder nicht. Dass sie aber behandelt werden müssen, steht fest, denn Studien zufolge sind die Betroffenen wegen der Impulsivität erheblich häufiger in schwere Unfälle verwickelt als andere Autofahrer und sie haben ein stark erhöhtes Suchtproblem. Dazu kommen schulische und soziale Probleme sowie die Gefahr einer kriminellen Entwicklung.
Der Text beruht auf einem Interview mit Dr. med. Sabine Dörning, Assistenzärztin in einer Münchner Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Mutter von zwei ADHS-Kindern.

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