Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Rückenoperationen Thema
Autor: Doris Schleich Stand: 29.07.2010

Neueste Techniken aus der Spitzenmedizin

Ärzte-Team während einer Rückenoperation | Bild: picture-alliance/dpa

Operationen an der Wirbelsäule sind für deutsche Ärzte ein gutes Geschäft. Zwar kursieren unterschiedliche Zahlen über die jährlich durchgeführten Bandscheibenoperationen, die von 50.000 bis hin zu 100.000 reichen. Einig sind sich die Experten aber in einem Punkt: So viele Operationen müssten es bei weitem nicht sein! Gerade ein Bandscheibenvorfall lässt sich in der Regel gut mit Physiotherapie behandeln - es sei denn, er geht mit Nervenausfällen und Lähmungserscheinungen einher oder bereitet auch langfristig große Schmerzen.

Der Ärztliche Direktor des Klinikums rechts der Isar der TU München, Prof. Dr. Reiner Gradinger, fordert daher strenge Indikationen für Operationen an der Wirbelsäule. Schließlich stelle jede Operation einen Eingriff in die Persönlichkeit der Patienten dar, sagt der Orthopäde, der auch dem Vorstand der Deutschen Chirurgischen Gesellschaft angehört.

Experte:

Prof. Dr. Reiner Gradinger, Ärztlicher Direktor am Klinikum rechts der Isar der TU München, Lehrstuhlinhaber für Orthopädie und Unfallchirurgie an der TU München.

Wenn eine Operation unausweichlich ist, dann stehen den Medizinern inzwischen zahlreiche Methoden und Hilfsmittel zur Verfügung. Die TU München zählt dabei unter anderem mit ihren Forschungen im Bereich der minimal-invasiven Operationsmethoden, der Stammzelltherapie und der dreidimensionalen Navigation zu den Vorreitern. Wichtig für Arzt und Patient ist aber auch, aus den angebotenen Verfahren das Richtige für das jeweilige Krankheitsbild zu wählen.

Doris Schleich hat mit Prof. Gradinger darüber gesprochen, was bei Operationen an der Wirbelsäule zu beachten ist.

"Spitzenmedizin direkt"

Neueste medizinische Forschungsergebnisse, gepaart mit hoch spezialisiertem Wissen von erfahrenen Ärzten und Ärztinnen - exklusiv für die Hörer und Hörerinnen von Bayern 2:
"Spitzenmedizin direkt", das ist der Titel einer neuen, gemeinsamen Sendereihe der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München mit dem Gesundheitsgespräch auf Bayern 2.
Im unmittelbaren Gespräch werden die Anrufer (Hörertelefon 0800/246 246 9) regelmäßig mit Spitzenmedizinern der beiden bayerischen Eliteuniversitäten sprechen können.

Operation an der Wirbelsäule  | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Operation ja oder nein - Wird zu viel operiert?

Auf die Frage, ob in Deutschland zu viel operiert wird, antwortet Prof. Gradinger mit einem klaren "Ja". Der Orthopäde führt das unter anderem auf den Kostendruck der auf dem Anbieter (also dem Arzt) lastet zurück. [mehr]

Karbonimplanrat das üblicherweise bei Schäden an der Lendenwirbelsäule eingesetzt wird | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Verschiedene Methoden: Operative Möglichkeiten

Welches Ziel eine Operation an der Wirbelsäule verfolgt, hängt vom Krankheitsbild ab. Je nachdem, ob die Bandscheibe lädiert ist oder der Patient an einer Wirbelgelenksarthrose leidet, ist ein kleiner oder großer Schnitt nötig. [mehr]

MTA bei der DNA-Auftrennung an einem UV-Lichttisch im Frauenhofer Institut in Leipzig | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Hoffnung der Forschung: Körpereigene Implantate

Bislang ist es nicht gelungen, eine Bandscheibe so nachzubilden, dass die Prothese an die Eigenschaften des Originals herankommen würde. Doch die Wissenschaftler geben nicht auf. Die große Hoffnung sind körpereigene Implantate. [mehr]