Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Zusammenhang von Kopf, Seele und Immunsystem

Von: Kathrin Hasselbeck

Stand: 09.09.2016

Schlafende Frau | Bild: picture-alliance/dpa

Jahrhunderte lang werden in der Medizin Körper und Seele getrennt voneinander betrachtet und behandelt. Mit Begründung der Psychoneuroimmunologie (PNI) gibt es nun seit etwa 40 Jahren wissenschaftliche Bestrebungen, den Zusammenhang zwischen Geist und Körper mit Laborfakten zu untermauern. Die Psychoneuroimmunologie erforscht, wo die Schnittstellen von Gehirn und Immunsystem liegen und auf welchem Weg Stress unseren Körper beeinflusst. Sie baut damit eine Brücke zwischen wertebasierter Labor-Medizin und Soft-Daten der Psychologie.

Experte:

Universitätsprofessor Dr. med. rer. nat. Christian Schubert, Uni Innsbruck | Bild: privat

Universitätsprofessor Dr. med. Dr. rer. nat. Christian Schubert,
Leiter des Labors für Psychoneuroimmunologie (PNI) an der Universitäts-Klinik für Medizinische Psychologie in Innsbruck

In der PNI-Forschung ist deshalb von großer Bedeutung, den Menschen in seiner individuellen Ganzheit zu betrachten, dazu gehören nicht nur Laborwerte, sondern auch psychologische Aspekte menschlichen Lebens wie z.B. soziale Beziehungen, Gefühle und Gedanken. Der Psychoneuroimmunologe Dr. Christian Schubert sagt: „Bei jeder körperlichen Erkrankung spielt ausnahmslos auch die Psyche eine Rolle.“

Dem Text liegt ein Interview mit Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Christian Schubert M. Sc. von der Medizinischen Universität Innsbruck, Department für Psychiatrie und Psychotherapie an der Klinik für Medizinische Psychologie, zugrunde.

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