Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Schmerzfrei in den Tod Was die Palliativmedizin gegen Schmerzen tut

Es geht nicht immer Gganz schmerzfrei, aber für die meisten Patienten kann eine gute Schmerzlinderung erreicht werden. Heute werden Schmerzmittel in der Palliativmedizn oft schon frühzeitig eingesetzt, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu vermeiden.

Stand: 17.10.2016

In der Palliativmedizin ist die richtige Dosierung, aber auch der richtige Zeitpunkt der Schmerzmittel wichtig - im Bild: Schmerzmittel-Infusion | Bild: picture-alliance/dpa

"Wir können den Patienten in der Regel eine gute Symptomlinderung, auch von Schmerzen ermöglichen. Nur bei wenigen Patienten können die Schmerzen nicht zufriedenstellend kontrolliert werden. Leider müssen Patienten aber immer noch unnötig Schmerzen erleiden, weil die Möglichkeiten, die wir haben, nicht ausreichend ausgeschöpft werden. Das liegt leider manchmal auch an einem Wissensdefizit der Ärzte."

Prof. Dr. Claudia Bausewein

Beispiel: Schmerzmittel Morphin

Eines der wichtigsten Schmerzmittel ist das Morphin aus der Gruppe der Opiate.

"Hier gibt es viele Ängste und Sorgen - von Medizinern wie auch von Patienten. Letztlich muss man sagen: Morphin ist ein sehr bekanntes, bewährtes und hervorragendes Medikament mit einer starken Schmerzlinderung. Wir wissen, ein Großteil der Schmerzen spricht auf Morphin gut an und wir können es so dosieren, dass der Patient in seinem Bewusstsein nicht eingeschränkt ist."

Prof. Dr. Claudia Bausewein.

Zeitpunkt für Schmerztherapie

Früher vertraten viele Mediziner die Ansicht, dass Opiate erst möglichst spät verschrieben werden sollten.

"Heute wissen wir, dass die Opiate bei Tumorschmerzen eher frühzeitig eingesetzt werden sollen, damit es nicht zu einer Chronifizierung von Schmerzen kommt. Es gibt durchaus Patienten, die über Wochen, Monate oder auch über Jahre hinweg mit diesen Medikamenten zurechtkommen."

Prof. Claudia Bausewein

Neben Schmerzen, die sehr häufig, aber nicht bei allen Patienten mit Krebserkrankungen vorkommen, leiden die Patienten aber unter vielen anderen Symptomen wie Atemnot, Erbrechen, Darmverschluss, Depressionen oder Verwirrtheitszuständen. Diese Symptome stellen oft eine genauso große Herausforderung für das betreuende Team dar wie starke Schmerzen.


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