Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


7

Influenza Anzeichen einer echten Grippe

Mittags fühlt man sich noch ganz gesund und fünf Stunden später hat man hohes Fieber (bis zu 40 Grad Celsius), fühlt sich schlecht wie selten und kann sich kaum mehr auf den Beinen halten. Dazu kommen in vielen Fällen Kopf- und Gliederschmerzen und oft auch Husten. Mit diesen Symptomen unterscheidet sich die Influenzagrippe ganz klar von einem grippalen Infekt, der fast immer nach und nach beginnt und oft mit Schnupfen einhergeht.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 09.01.2017

Grippe und Erkältung | Bild: picture-alliance/dpa

Oft haben Patienten mit einer Influenzagrippe auch Schüttelfrost, d.h. trotz gemäßigter Temperaturen friert man. Manchmal hat man nach zwei Tagen den Eindruck, jetzt sei man die Grippe los, doch dann kommt sie wieder. Mediziner sprechen dabei vom so genannten „Ping-Pong-Verlauf“. Genauso wie der grippale Infekt verbreitet sich die Influenzagrippe über Tröpfcheninfektion, z.B. wenn man angehustet oder angeniest wird. Die Influenzagrippe dauert in der Regel länger als ein grippaler Infekt – rund vierzehn Tage.

Wer ist gefährdet?

Besonders gefährlich kann die Influenzagrippe für diejenigen werden, die schon davor nicht ganz gesund waren, sie können z.B. eine Lungenentzündung bekommen. Ist außerdem das Herz-Kreislauf-System nicht gesund und womöglich auch die Niere nicht, und der Patient hat eine empfindliche Lunge, weil er chronische Bronchitis oder Asthma hat, dann besteht die Gefahr, dass er sogar auf der Intensivstation landet. Besonders gefährdet sind z.B. Patienten mit einer akuten oder chronisch allergischen Entzündung, denn bei ihnen können die Viren besonders gut andocken und in den Körper gelangen. Zu den Risikopatienten zählen auch Allergiker, Asthmatiker und Patienten, die kürzlich operiert wurden, alte Menschen und Menschen mit z.B. rheumatischen oder Krebserkrankungen. Denn sie haben ein geschwächtes Abwehrsystem.

Kinder und Influenzagrippe

Kinder haben in der Regel weniger Probleme mit der Influenzagrippe als die meisten Erwachsenen. Warum das so ist, ist noch nicht bekannt. Vor allem bei Kleinkindern kann aber z.B. das RSV (respiratory syncytial virus) große Probleme machen, es löst Atemwegserkrankungen aus.

Wandlungsfähige Viren

Influenzagrippeviren verändern sich regelmäßig, deswegen erkennt sie das menschliche Immunsystem nicht immer. Aus diesem Grund setzt die WHO jedes Jahr einen neuen Grippeimpfstoff zusammen. Dabei richtet sie sich dabei nach den Virusarten aus dem vergangenen Jahr. Diese Impfung muss jedes Jahr wiederholt werden.

Gang zum Arzt

Ob man einen grippalen Infekt hat oder die Influenzagrippe, kann nur ein Arzt beurteilen und da beide von unterschiedlichen Viren ausgelöst werden, nützen Antibiotika nichts. In Fällen von Mischinfektionen und bakteriellen Superinfektionen kann der Einsatz von Antibiotika aber sinnvoll sein. In der Regel dauert eine Influenzagrippe rund zwei Wochen, der Körper ist geschwächt, Bakterien haben leichtes Spiel, deswegen kann es zu Folgeerkrankungen kommen. Patienten sollten vor allen Dingen das Bett hüten und sich Ruhe gönnen.


7