Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Wenn unsere Schaltzentrale abschaltet

Von: Moritz Pompl

Stand: 31.05.2016

Gehirn eines toten Menschen | Bild: picture-alliance/dpa

Bei kaum einer Diagnose sichern sich die verantwortlichen Ärzte so gut ab wie beim "irreversiblen Hirnfunktionsausfall". So bezeichnen Mediziner den sogenannten Hirntod, der nach gängiger Ansicht mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist. Fällt unser Gehirn als Schaltzentrale dauerhaft aus, dann können die Ärzte die Körperfunktionen des Patienten nur noch künstlich aufrechterhalten. Dies tun sie zum Beispiel dann, wenn der frisch Verstorbene als Organspender in Frage kommt. An der Grenze zwischen Leben und Tod haben die Ärzte eine besondere Verantwortung – und sie sind immer wieder Kritik ausgesetzt.

Expertin:

PD Dr. med. Stefanie Förderreuther, Neurologische Klinik der LMU München

Der Text beruht auf einem Interview von Moritz Pompl mit PD Dr. med. Stefanie Förderreuther von der Neurologischen Klinik der LMU München, und mit Prof. Dr. med. Bruno Meiser, Leiter des Transplantationszentrums der LMU München.

Arzt steht am Bett eines Sterbenden, bereit zur Organtransplantation | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Was passiert beim Hirntod? Wenn unsere Schaltzentrale abschaltet

Früher waren die Ärzte sicher: Wenn das Herz stehen bleibt, ist der Mensch tot. Diese Ansicht gilt heute nicht mehr. Das Herz kann wiederbelebt oder unter besonderen Bedingungen sogar durch ein künstliches Herz ersetzt werden. [mehr]

Elektro-Enzephalogramm (EEG)  | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Wie der Hirntod festgestellt wird Lebt der Patient noch oder nicht?

Für die Ärzte ist es eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe: Sie müssen bei einem Patienten im tiefen Koma feststellen, ob er noch lebt oder ob er bereits tot ist. Ihre Diagnose entscheidet darüber, ob die intensivmedizinische Behandlung fortgesetzt wird oder nicht. [mehr]

Transportbox für Spenderorgan | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Was nach dem Hirntod passiert Nicht immer werden die Geräte gleich abgestellt

Wenn die Ärzte den Hirntod festgestellt haben, werden die Geräte auf der Intensivstation in der Regel abgeschaltet. Es gibt aber Ausnahmen: Etwa, wenn die Verstorbene schwanger ist, oder wenn eine Organspende geplant ist. [mehr]

Hand hält Organspendeausweis | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Wer Organe spenden kann Sieben Leben retten

Viele Kranke in Deutschland müssen oft jahrelang auf ein Spenderorgan warten – dabei könnten noch weit mehr Menschen zu Spendern werden. [mehr]


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