Aufrecht bleiben! - Wege zu gesundem Rücken
Es sticht, es zieht, es klemmt - im Nacken, in der Brustwirbelsäule oder im Lendenbereich: Es gibt kaum einen Menschen, der nicht im Laufe seines Lebens Bekanntschaft mit Rückenschmerzen macht. So vielfältig die Schmerzen in ihrer Ausprägung sind, so unterschiedlich können die Ursachen sein. Rückenschmerzen entstehen nicht nur durch Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule, sondern auch durch Haltungsfehler, Muskelschwächen und Überlastungen. Hinzu kommt, dass die eigentliche Ursache manchmal gar nicht im Rücken zu finden ist, sondern der Schmerz nur dorthin ausstrahlt.
Rückenschmerzen lassen sich nur schlecht ignorieren. Das liegt zum einen daran, dass der Rücken an fast allen Bewegungen beteiligt ist. Schließlich ist die Wirbelsäule ja wie eine Gliederkette aufgebaut.
Zum anderen liegt es aber auch an den anatomischen Besonderheiten: In den Bewegungssegmenten (zwei benachbarte Wirbelkörper und die dazwischen sitzende Bandscheibe) sind in großer Zahl sogenannte Nozizeptoren vorhanden, die als Schmerzfühler fungieren. Sie schlagen sofort Alarm, wenn Bänder überlastet, Muskeln verhärtet oder Sehnenansätze gereizt sind. Außerdem wird das sympathische Nervensystem im Rückenmark bei Schmerzreizen überaktiv. Dadurch können Reflexkreise entstehen, die zu Dauerschmerzen führen. Zuletzt ist das Gehirn an der Schmerzverarbeitung beteiligt.
Trotz dieser komplexen Vorgänge: Viele Schmerzen ließen sich vermeiden, wenn der moderne Mensch sich rückenfreundlicher verhalten würde: Denn ein gesunder Rücken braucht Bewegung. Aufrecht bleiben! Dieser Appell müsste in vielen Fällen durch die Aufforderung "Aufrecht werden!" ersetzt werden - bereits im Jugendalter. Prof. Dr. Reiner Gradinger, der Ärztliche Direktor des Klinikums rechts der Isar der TU München und Direktor der Orthopädischen und Unfallchirurgischen Klinik gehört zu den Verfechtern einer rückenfreundlichen Lebensweise.
Das Dossier basiert auf einem Interview mit ihm und auf einem wissenschaftlichen Artikel, den Prof. Gradinger zusammen mit Prof. Dr. Reiner Bartl vom Klinikum Großhadern der LMU München verfasst hat.

Wetter


