Jobkiller - Mobbing am Arbeitsplatz
Schikanen aufgrund von Konflikten gehören zu unserem Leben - von der Wiege bis zur Bahre: Kinder stehlen sich gegenseitig Förmchen im Sandkasten und nicht selten gibt es bereits nach der Beerdigung eines Verstorbenen schon Streit zwischen den Erben. Eine besondere Form von Schikanen stellt Mobbing dar. Mobbing schädigt die individuelle Gesundheit - und die gesamte Wirtschaft. Vor allem ist Mobbing häufiger als viele zugeben wollen.
Experte:
Dr. med. Bernd Lindemeier, Leiter des Referats für Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie bei der Tiefbau Berufsgenossenschaft München.
Die Folgen für den Einzelnen sind oft dramatisch, sie reichen von Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Atemnot über Depressionen bis hin zum Selbstmord. Der Schaden der betroffenen Betriebe lässt sich kaum in Zahlen fassen, ebenso wie die entstehenden Kosten für die Sozialversicherungsträger.
Untersuchungen des Experten Bernd Lindemeier ergaben 1995 und 1999 Mobbingquoten zwischen drei und sieben Prozent unter den Berufstätigen in Deutschland. Nach Angaben des Mobbing-Reports der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin lag die Quote im Jahr 2000 insgesamt bei 5,5 Prozent. Besonders betroffen sind junge Berufstätige unter 25 Jahre sowie ältere Arbeitnehmer. Frauen werden fast dreimal häufiger gemobbt als Männer und die Täter sind zu 60 Prozent Männer. Allen Fällen gemeinsam ist, dass ein Weg aus der Ausgrenzungsspirale am Arbeitsplatz nur mit Unterstützung anderer Menschen und mit großer Anstrengung der Betroffenen selbst gelingen kann.
Der Text basiert auf einem Interview mit Dr. med. Bernd Lindemeier, Leiter des Zentralreferates Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie bei der Tiefbau Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.

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