Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Blutdruck Hoher Blutdruck

Liegt der obere Wert des Blutdrucks im Ruhezustand bei wiederholten Messungen über 140 mmHg, spricht man von Bluthochdruck oder Hypertonie.

Von: Andé Vinczé Stand: 25.10.2012
Frau bei der Messung ihres Blutdrucks | Bild: colourbox.com

Damit äußere Faktoren, wie kurzzeitige Belastung oder Angst vor der Behandlung, den Blutdruck nicht beeinflussen, sollte zur Diagnose mehrfach gemessen werden.

Korrektur des Blutdruckwertes

Laut Privatdozent Prof. Jörg Hausleiter galt früher als normaler Blutdruck 100 plus das Lebensalter, d.h. ein 60-Jähriger durfte einen Blutdruck von 160 mmHg haben, oder ein 80-Jähriger von 180 mmHg. Aber diese Annahme erwies sich als falsch. Die Forschung hat inzwischen nachgewiesen, dass auch im Alter ein niedrigerer Blutdruck sehr wichtig ist und lebensverlängernd wirkt.

Gefahren des hohen Blutdrucks

Die meisten Menschen, die einen hohen Blutdruck haben, verspüren dies nicht als Krankheit. Er entsteht schleichend und die Veränderung wird kaum wahrgenommen. Aber hoher Blutdruck schädigt dauerhaft alle Organe, vom Auge angefangen bis zum Herzen, denn es muss härter arbeiten, um diesen höheren Druck zu erbringen. Der Bluthochdruck ist ein führender Risikofaktor des Schlaganfalls und neben der Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen eine maßgebliche Ursache von Herzinfarkt und Herzschwäche.

Woran merkt man den hohen Blutdruck?

Im Anfangsstadium bemerkt man die Erhöhung des Blutdrucks gar nicht. Erst die geschädigten Organe senden Warnhinweise, wie

  • Kopfschmerzen,
  • Schwindelgefühl,
  • Kurzatmigkeit,
  • Nasenbluten oder
  • Sehbehinderung.



Wichtig: Diese sind Anzeichen dafür, dass man schnell handeln und einen Arzt aufsuchen muss.

Blutdruck im Alter

"Mit zunehmendem Alter nimmt in der Regel die Anpassungsfähigkeit der Gefäße an den Blutdruck ab. Dieses trifft besonders auf die herznahen Gefäße zu. Der fortschreitende Verlust der Gefäßelastizität kann zu einem Ansteigen des systolischen Blutdruckes führen. Dagegen bleibt der diastolische Blutdruck meistens weitgehend unverändert oder erhöht sich nur in geringem Maße."

Prof. Jörg Hausleiter, Medizinische Klinik I der Ludwig-Maximilians-Universität

Vererbbarer Bluthochdruck

Auch die Veranlagung kann eine Rolle spielen, denn die Gene, die man von den Eltern geerbt hat, können die Ursache des hohen Blutdrucks sein. Für Dr. Jörg Hausleiter birgt diese Veranlagung ebenso viele Gefahren in sich, wie die anderen Ursachen für einen Bluthochdruck.

Niedriger Blutdruck:

Einige Menschen leiden unter zu niedrigem Blutdruck. Wenn der obere Wert dauerhaft unter 110 mmHg liegt und der untere nicht einmal 80 mmHg erreicht, spricht man über niedrigen Blutdruck. Dies führt zu einer zu schwachen Sauerstoffversorgung des Gehirns und somit zu Schwindel oder sogar dauerhafter Schädigung des Gehirns. Auch die Nieren können betroffen sein: Niedriger Blutdruck kann eine Schädigung des Nierengewebes nach sich ziehen, bis hin zum Nierenversagen.


0