Bayern 2 - Gesundheitsgespräch

Darmgesundheit Hintergrund
Autor: Antonia Arnold Stand: 09.12.2010

Gesunder Darm durch Naturheilverfahren

Symbolbild Darm - Frau fasst sich an den Unterbauch | Bild: picture-alliance/dpa

Viele Chinesen fragen nicht "Wie geht es Ihnen?", sondern: "Haben Sie heute schon gegessen?" Nahrung, Kochen, Essen - und natürlich auch die Verdauung haben in dieser Kultur einen hohen Stellenwert.
Kein Wunder also, dass der Darm auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine große Rolle spielt. Um den Darm zu schützen, schwört die TCM auf die Grundtugenden Regelmäßigkeit, Beobachtung und Wärme. Der Stuhlgang sollte mindestens jeden zweiten Tag erfolgen, am besten immer zur gleichen Uhrzeit, wie ein Ritual im Tagesablauf. Und man sollte ihn beobachten: verändert er drastisch seine Form, Farbe oder Geruch stimmt etwas nicht mehr. Auf keinen Fall sollte man aus Sicht der TCM zu Abführmitteln greifen - weil sie alle den Darm in seiner Eigenleistung verschlechtern, erklärt Dr. Fritz Friedl, Allgemeinmediziner und Experte für TCM an der Silima-Klinik am Chiemsee.

Experten:

Dr. Artur Wölfel, Oberarzt am Krankenhaus für Naturheilweisen in München-Harlaching
Dr. Fritz Friedl, Chefarzt der Silima-Klinik in Riedering am Chiemsee

Aus Sicht der klassischen Naturheilkunde hat der Darm, neben der Verdauung, noch eine zweite wichtige Funktion: Er dient als Barriere zwischen der Außen- und der Innenwelt:

"An dieser Kontaktfläche zur Umwelt begegnen dem Menschen Unmengen von Toxinen, Keimen, Bakterien, Viren und Parasiten, immer mit dem Risiko, den Organismus krank zu machen."

Dr. Artur Wölfel

Der Darm muss also geschützt werden - nicht nur um seiner selbst willen, sondern auch, um den gesamten Körper gesund zu halten:

"Ein lahmer, träger Darm erhöht das Risiko, dass möglicherweise krank machende Keime sich vermehren oder in den Körper eindringen können. Ein träger Darm erhöht die Kontaktzeit von karzinogenen, also krebsauslösenden Substanzen und Giftstoffen zur Darmschleimhaut."

Dr. Artur Wölfel

Also muss der Darm gefördert werden - dass er schnell arbeitet - denn eine gut funktionierende Darmmotorik erhöht den Schutz für den gesamten Körper.

Der Text basiert auf Interviews mit Dr. Artur Wölfel vom Krankenhaus für Naturheilweisen in München-Harlaching und Dr. Fritz Friedl von der Silima-Klinik am Chiemsee.

Eine Frau bei einer Yoga-Übung | Bild: Getty Images zum Artikel Naturheilkunde: Darm und Immunsystem

"Wenn es im Darm nicht stimmt, kann es sein, dass man insgesamt krankheitsanfälliger ist", so Dr. Artur Wölfel vom Krankenhaus für Naturheilweisen in München-Harlaching. [mehr]

Ein Arzt tastet einen Patienten ab | Bild: Getty Images zum Artikel TCM Nicht nur Kulturunterschiede

"Im Westen werden Darmprobleme eher als kleine, lässliche Sünde betrachtet", so Dr. Friedl. Wenn es mit dem Stuhlgang nicht klappt, werden schnell Abführmittel genommen. Für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) undenkbar. [mehr]