Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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In Würde leben - trotz Alzheimer

Von: Christina Teuthorn

Stand: 30.08.2016

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz - im Bild: Ältere Frau greift sich an den Kopf | Bild: colourbox.com

Die Alzheimer-Krankheit ist mittlerweile gut erforscht. Giftige Eiweiße verursachen irreparable Schäden im Gehirn. Moderne Medikamente können den Krankheitsverlauf verzögern.

Experte:

Professor Dr. Hans Förstl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München

1906 beschrieb der Arzt Alois Alzheimer zum ersten Mal die Hirnveränderungen - sogenannte Alzheimer Plaques und Neurofibrillen - bei der Demenz, die später nach ihm benannt wurde: Morbus Alzheimer. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz.

In Deutschland leiden etwa ein bis zwei Millionen Menschen unter einer mittelschweren oder schweren Demenz, die zumeist entscheidend durch Alzheimer-Veränderungen mit bedingt wird. Dadurch verschlechtert sich die geistige Leistungsfähigkeit und der Alltag kann nicht mehr wie gewohnt bewältigt werden.

Dem Text liegt ein Gespräch mit Professor Förstl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München, zugrunde.

Tipps, Informationen, Adressen

Weitere Tipps, Informationen und Adressen finden Sie auf der Seite des Landesverbands Bayern e.V. der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Morbus Alzheimer: Die Medizin erkennt immer mehr Risikofaktoren und versteht die Krankheitsmechanismen immer besser - im Bild: Missmutiger, nachdenklicher älterer Mann | Bild: Image Source zum Artikel Die häufigste Form der Demenz: Alzheimer

Da die Lebenserwartung in der Bundesrepublik jährlich um etwa drei Monate ansteigt und hohes Alter der Hauptrisikofaktor für die Demenzen darstellt, steigt die Zahl derjenigen, die eine Demenz erleben, weiter an. [mehr]

Auslöser von Alzheimer sind Eiweiße wie Amyloid und Tau. Sie bilden Klumpen im Gehirn und schädigen die Nervenzellen - im Bild: Neurodegeneration - Foto einer grafischen Darstellung | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Wie Demenz das Gehirn verändert Das Krankheitsbild

Der Krankheitsverlauf ist gut erforscht. Eiweiße wie Amyloid und Tau schädigen die Funktion und Struktur der Nervenzelle. Die Folge ist ein irreparabler Funktionsverlust im Geflecht der Nervenzellen. [mehr]

Die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung kann durch genetische Faktoren begünstigt sein - im Bild: DNA Helixmodell | Bild: Getty Images zum Artikel Risiko-Gene Ist Alzheimer erblich?

Zu den sogenannten Alzheimer-Genen zählen zum einen Risikomodulatoren (Polymorphismen) wie das Apolipoprotein E. Sie bestimmen, mit welcher Wahrscheinlichkeit jemand in einem bestimmten Alter eine Demenz entwickelt. [mehr]

Die häufigsten Symptome der Alzheimer-Erkrankung sind Gedächtnisstörungen - im Bild: Patient im Gespräch mit einer Ärztin | Bild: Digital Vision zum Artikel Diagnose Gespräche und Tests

Ärzte kombinieren mehrere diagnostische Methoden: Im Gespräch über die Vorgeschichte und in psychologischen Tests lassen sich Gedächtnis- und andere Störungen feststellen. [mehr]

Medikamente bei Alzheimer können den Verlauf der Krankheit verzögern - im Bild: Ein Mann im Gespräch mit einem Arzt | Bild: Getty Images zum Artikel Therapie Was man tun kann

Seit einigen Jahren gibt es neue Medikamente, die sogenannten Acetylcholinesterase-Hemmer und Glutamat-Antagonisten. Sie bekämpfen zwar nicht die Ursachen von Alzheimer, können aber den Verlauf der Krankheit verzögern. [mehr]

Gegen Alzheimer hilft grundsätzlich, sein Gehirn fit zu halten  - im Bild: Älterer Mann mit Laptop | Bild: Image Source zum Artikel Gehirntraining: Vorbeugung und Therapie

Man kann viel gegen Alzheimer tun, vor allem, ehe man Symptome entwickelt. Denn alles, was für das Gehirn gut ist, wirkt sich auch im höheren Alter aus - besonders ein gesunder Lebensstil ... [mehr]

Beschäftigung und soziale Kontakte sind der beste Schutz vor einer Alzheimer-Erkrankung - im Bild: Senioren bei einer Freizeitbeschäftigung | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Alzheimer in der Gesellschaft Gute Betreuung bei Demenz

Spezielle Wohngemeinschaften und gute Heime seien für eine optimale Betreuung der wachsenden Zahl an Alzheimer-Patienten unbedingt notwendig, so der Experte Prof. Hans Förstl. Ebenfalls wichtig: mehr Solidarität, weniger Tabu. [mehr]

Eine Betreuerin streichelt während des "Betreuten Urlaubs" für Alzheimerkranke einer Patientin die Hand. | Bild: picture-alliance/dpa zum Thema Betreuung bei Demenz Möglichkeiten für Angehörige

Demenz ist eine fortschreitende Krankheit. Je nach Stadium brauchen Patienten unterschiedliche Arten von Betreuung. Hier ein Überblick über die Möglichkeiten der spezialisierten Betreuung für Menschen mit Demenz. [mehr]


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