Ärzte-Einkommen im Vergleich
Die Zahlen sollten einigermaßen zuverlässig sein, denn die KBV regelt alle Finanzfragen der Kassenärzte. Bei der KBV weiß man allerdings auch, dass eine solche Durchschnittsberechnung im Grunde wenig sinnvoll ist. Sie ist so ähnlich aussagekräftig, als ob man alle Beschäftigten von VW zusammennimmt (vom Bandarbeiter über die Teilzeitkraft bis hin zum Vorstand) und dann einen Mittelwert aller Gehälter ausrechnet. Tatsache ist: Was ein Arzt verdient, ist von Fall zu Fall verschieden. Es gibt enorme Unterschiede. Allerdings gibt es einige Anhaltspunkte, um die Größenordnung der Einkommen einschätzen zu können, und das Verhältnis zwischen den Fachgruppen.
Beispiele für Ärzteeinkommen
So zeigen die Berechnungen der KBV:
- Ein Hausarzt kommt im Schnitt auf 5.018 Euro netto im Monat, also nach Abzug aller Kosten, Altersvorsorge und Steuern.
- Ein Facharzt für Orthopädie kommt in einer Beispielsrechnung auf 6.344 Euro. Orthopäden verdienen demnach rund ein Viertel mehr als ihre hausärztlichen Kollegen.
Technik macht sich bezahlt
Eine Studie des Ersatzkassenverbandes (VdEK) für Hamburg kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Der VdEK arbeitet zwar mit zwar etwas anderen Daten als die KBV. Die Zahlen des Kassenverbandes zeigen aber ebenfalls deutlich: Nach Abzug aller Kosten stehen Hausärzte mit gut 5.000 Euro Netto-Monatseinkommen am unteren Ende der ärztlichen Verdienstskala. Die meisten Facharztgruppen kommen auf ein um rund 30 bis 50 Prozent höheres Einkommen. Ganz oben stehen die Radiologen, mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 16.641 Euro in der Großstadt Hamburg. Man könnte also feststellen: Je aufwändiger die Technik ist, mit der ein Arzt arbeitet, desto mehr verdient er.
Am unteren Einkommensende
Hausärzte stehen allerdings noch deutlich besser da als Psychotherapeuten, die ihr Honorar auch von der Kassenärztlichen Vereinigung beziehen. Sie kamen zuletzt im Schnitt auf ein Netto-Monatseinkommen von 2.658 Euro.
Vergleichsweise große Zufriedenheit
Bemerkenswert ist dabei eine aktuelle Umfrage im Auftrag der KBV und des Ärzteverbandes NAV-Virchowbund. In ihr wurden Mediziner unter anderem gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Einkommen sind. Dabei gaben 56 Prozent der befragten Ärzte an, sie seien „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Das ist etwa der gleiche Anteil wie bei allen Bundesbürgern.
- Am zufriedensten waren mit 61 Prozent die Psychotherapeuten, obwohl sie am wenigsten verdienen.
- An zweiter Stelle folgen die Hausärzte mit 58 Prozent.
- Am Schluss kommen die Fachärzte mit einer Zufriedenheit von 55 Prozent.
Die Berufsgruppen mit niedrigeren Einkommen sind also zufriedener mit ihrer wirtschaftlichen Situation als die Gruppen mit einem höheren Verdienst.
Quellen:

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