Bayern 2 - Evangelische Perspektiven

Schwarze Armut , schwarzer Glaube Afroamerikaner und der neue Rassismus

Afroamerikanische Kirchengemeinden beobachten eine beunruhigende Tendenz in der US-amerikanischen Gesellschaft: wachsenden Rassismus. Obwohl die USA mit Barack Obama ihren ersten schwarzen Präsidenten haben, werden Afroamerikaner zunehmend ausgegrenzt und kriminalisiert.

Von: Peter Erlenwein Stand: 02.08.2012
Getrennte Wasserhähne für Weiße und Schwarze im Jim Crow Museum of Racist Memorabilia an der Ferris State University in Big Rapids, Michigan USA  | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Brautpaar freut sich auf seine bevorstehende Trauung. Doch dann ruft der Pastor der örtlichen Baptistengemeinde an und sagt die Hochzeit ab. Der Grund: das Brautpaar ist schwarz. Schauplatz dieser Szene ist ein Ort im US-Bundesstaat Mississippi, aber nicht etwa im Jahr 1964, in dem Alan Parkers Rassismus-Drama "Mississippi Burning" spielt, sondern im Jahr 2012.

Der Börsenkrach an der New Yorker Wallstreet im Jahre 2008 hat viele schwarze Gemeinden schwer getroffen. Die fragile Balance zwischen bescheidenem Wohlstand und Armut hat sich seitdem für große Teile der Bevölkerung wieder zugunsten letzterer verschoben.

Schwarze Jugendliche - stigmatisiert, kriminalisiert, verhaftet

Hinzu kommt ein neues Phänomen zunehmender Diskriminierung, das erst seit ein paar Jahren markanter in Erscheinung tritt: die soziale Ausgrenzung ganzer Teile afroamerikanischer Volksgruppen, insbesondere Jugendlicher, durch gesetzlich gedeckte Kriminalisierung.

Die schwarze Juristin Michelle Alexander hat mit ihrem 2010 erschienenen Buch "The New Jim Crow" eine hitzige Debatte in den USA zum Thema Masseninhaftierung und soziale Kontrolle ausgelöst. Eine skandalöse Strategie, die die Rassentrennung in den USA auf ein neues Niveau treibt.

Der neue Jim Crow - das Zerrbild des einfältigen schwarzen Narren

Umso wichtiger wird für viele afroamerikanische Kirchengemeinden die Rückbesinnung auf ihre Wurzeln - Glaube und Solidarität. Wie aber läßt sich beides in Zeiten globaler, virtueller Vernetzung und multikultureller Identitäten verbinden? Wie verträgt sich Überlebenskampf mit dem Anspruch eines postmodernen Weltbürgertums? Peter Erlenwein hat sich in Kalifornien auf Spurensuche begeben und erstaunliche Antworten gefunden.


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