Paltz 2: in memoriam: Ludwig Hirsch, Liederschreiber und Sänger Ein Leben voll mit Scharfsinn und Melancholie
Bekannt war Ludwig Hirsch als Liedermacher, auch wenn er das Wort gar nicht mochte. Liederschreiber und Sänger, diese Bezeichnung zog er vor. Zunächst aber verdiente er sein Brot als Schauspieler – bis zum Schluss ließ ihn neben der Konzert- die Theaterbühne nicht los. Am Donnerstag starb Ludwig Hirsch in Wien.
An sein Debüt am Stadttheater Regensburg erinnerte er sich gerne - die frühen 70er Jahre waren für ihn eine sehr bunte und lebenslustige Zeit. Aber als Ludwig Hirsch wieder zurück nach Österreich ging, erwartete ihn in Wien eine "Zentralfriedhofsatmosphäre", die den Grundstein legte für sein Debütalbum "dunkelgraue Lieder". Die Morbidität der österreichischen Hauptstadt und der Wiener Schmäh hinterließen fortan Spuren in seinem Werk: hinter der netten, einlullenden Fassade wartete der Gänsehaut verursachende Text - Romantik und Sarkasmus eingeschlossen. Und er selbst? Er "grinste sich gern über die Schulter". Buchstäblich von der Geburt an erzählte er sein Leben, einschließlich des einen "Hippiejahrs" in der Türkei und den Anfängen seiner Musikkarriere.
Das bessere Jenseits
In "Eins zu Eins. Der Talk" erzählte Ludwig Hirsch im Frühjahr 2010, wie er auf die legendäre Zeile "Komm großer schwarzer Vogel" gekommen ist, warum das Jenseits besser ist als das Leben auf der Erde und über das Geheimnis von 33 Ehejahren. Der Liedermacher zeigte außerdem, dass er ein begnadeter Geschichtenerzähler mit dem Wiener Charme eines Steiermarkers war - in seinen Songs und im Talk mit Norbert Joa.

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