Bayern 2 - Eins zu Eins. Der Talk

Hans-Jochen Vogel, SPD-Politiker Ein bewegtes Politikerleben

Er war Justizminister zu Zeiten des RAF-Terrors. Er begleitete die Särge der ermordeten israelischen Sportler im September 1972 nach Hause. Er war Bürgermeister von München und Berlin, Partei- und Fraktionsvorsitzender, schließlich Kanzlerkandidat der SPD. Diese Partei hat das Leben von Hans-Jochen Vogel geprägt, so wie er die Partei. Mit klarer Haltung, Akribie und hohem moralischem Anspruch.

Stand: 01.09.2011

Heute lebt Hans-Jochen Vogel - am 03. Februar dieses Jahr 85 geworden - mit seiner Frau in einer Seniorenresidenz im Münchner Norden. An seinem 80. Geburtstag zog er dort ein, selbstgewählt, mit Bedacht geplant. Wie es eben seine Art ist. Er ist weiterhin ein aufmerksamer Beobachter der Politik; sein Urteil ist weiterhin gefragt, nicht zuletzt im Bayerischen Rundfunk.

Geboren wurde er 1926 in Göttingen. Er war neun, als seine Familie nach Gießen umzog und 17, als er in München mit dem Jurastudium begann. Vogel bekannte sich 2001 dazu, als Scharführer in der Hitlerjugend und später als Unteroffizier "der Faszination eines verbrecherischen Regimes nur ungenügend widerstanden zu haben".

Klare Urteile und eine genaue Vorbereitung

Bis heute gilt er als "Gewissen der SPD" - so war er auch Mitbegründer des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie" und im Förderverein der heftig umstrittenen Wehrmachtsausstellung. Hans-Jochen Vogel schätzt klare Urteile und genaue Vorbereitung. Was er gar nicht leiden kann, das ist Unpünktlichkeit. Sie werden ihn erleben, bei Ursula Heller, Punkt 16 Uhr 05.