Bayern 2 - Eins zu Eins. Der Talk

Christof Wackernagel, Schauspieler und Ex-RAF-Mitglied Angetrieben von seinen Idealen

Es ist ein Leben zwischen den Welten - mal selbst gewählt, mal aus Zwängen geboren. So flüchtete Christof Wackernagel vor Wochen aus Mali, seiner zweiten Heimat , wegen des Militärputsches dort. Er selbst wünschte sich einst eine ganz andere BRD - und wurde Teil der RAF.

Stand: 06.09.2012
Christof Wackernagel | Bild: picture-alliance/dpa

War nominiert für den Deutschen Radiopreis 2012

Das Gespräch zwischen Moderator Norbert Joa und dem Schauspieler und ehemaligen Terroristen Christof Wackernagel gehörte in der Kategorie "Bestes Interview" zu den Anwärtern auf die begehrte Auszeichnung.

Fragen, Protest und bewaffneter Kampf

Die Rote Armee Fraktion stellte den Kapitalismus, die parlamentarische Demokratie und jegliche bügerliche Lebensform in Frage. Sie definierten sich als Antiimperialisten. Auch Christof Wackernagel stellte damals alles in Frage und wollte alles erneuern - und es endete im bewaffneten Kampf gegen den sogenannten US-Imperialismus.

15 Jahre Gefängnis und die Distanzierung von der RAF

Fahndungsfoto (1977) von Christof Wackernagel

Nach einer Schießerei im November '77 wird Christoph Wackernagel verhaftet und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Dort beginnt Wackernagel zu schreiben, distanziert sich von der RAF und kommt nach zehn Jahren frei. Dafür hatte sich auch der Polizist eingesetzt, den er verletzt hatte - seitdem halten beide Kontakt.

Und immer wieder die drei Buchstaben ...

Theaterrollen und "Terroristen-Voyeurismus"

Nach der Entlassung bekommt der talentierte Sohn aus einer prominenten Schauspiel-Dynastie Theaterrollen, doch nach wenigen Jahren war dieser "Terroristen-Voyeurismus" vorbei, wie Wackernagel selbst sagt. Heute lebt er von kleineren TV-Aufträgen für RTL & Co - "Hauptsache Kohle". Mit dem Geld geht Wackernagel "für ein Sabbatical" nach Mali - mittlerweile sind neun Jahre daraus geworden.

Leben mit viel Lebensfreude

Bald wird der 60-Jährige wieder in Bamako sein, um dort seiner jungen Frau bei der Geburt beizustehen - Termin ist im August. Bei Gastgeber Norbert Joa erzählte Christof Wackernagel, dass er inständig hofft, mit seiner kleinen Familie in Mali leben zu können - "von sehr wenig und dafür mit ganz viel Lebensfreude - als einziger Weißer in meinem Viertel".


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