Bayern 2 - Breitengrad

Wracks statt Partyschiffe Junge Serben und ihr neuer Blick auf Belgrad

An den Ufern von Save und Donau ankern die Partyschiffe. Die serbische Hauptstadt zieht Heerscharen junger Reisender an. Manche nennen Belgrad bereits "das Thailand des Balkans".

Stand: 18.02.2012

Der Student Nikola Marković kritisiert die Oberflächlichkeit des feierwütigen Partyvolks und engagiert sich mit anderen jungen, serbischen Kreativen in der "Goethe-Guerilla". Unterstützt vom Belgrader Goethe-Institut versuchen sie, die eigene Kultur neu zu beleben. Ganz in der Nähe der Boote plant Marković das "Museum jugoslawischer Schiffe".

Das von NATO-Bomben zerstörte Gebäude des Verteidigungsministeriums

Hier sollen die pittoresken Wracks einladen zu einer Beschäftigung mit der jugoslawischen Vergangenheit und den aktuellen Zuständen in Serbien. In einem Staat, der immer noch unter den Altlasten des Milošević-Regimes leidet, ist das dringend notwendig.

Ein paar Kilometer entfernt, im Zentrum, zeugen noch ein paar Ruinen vom Krieg und der Bombardierung der Stadt durch die Nato. Hierher werden auch die "Belgrade greeters" oft bestellt. Bewohner der Stadt, die freiwillig und kostenlos Fremde herumführen, um ihnen den eigenen Blick auf Belgrad zu zeigen. Jeder Gast ist Ihnen willkommen - egal von welcher Nation, Rasse und Hautfarbe. Ein Modell, das Schule machen könnte.

Breitengrad - die Auslandsreportage

Wracks statt Partyschiffe: Junge Serben und ihr neuer Blick auf Belgrad

Reportage am Samstag, 18. Februar 2012, 18.05 Uhr

Autor: Joseph Berlinger

Sendung am Mittwoch, 22. Februar 2012, 14.05 Uhr

Musikauswahl und Moderation: Jay Rutledge