Bayern 2 - Breitengrad


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Flüchtlinge aus Afrika gestrandet vor den Tiefen Europas Endstation Libyen?

Mehr als hundert Flüchtlinge sind alleine an Ostern im Mittelmeer ertrunken. Momentan nimmt die Zahl der Menschen, die aus Nigeria, Mali oder Eritrea über Libyen nach Europa kommen wieder zu. Doch viele Flüchtlinge stranden bereits in Libyen – einem Land mit politischem Chaos und Bürgerkrieg.

Von: Björn Blaschke

Stand: 05.05.2017

Reste eines Flüchtlingsbootes im Schiffsfriedhof von Tripolis

In diesem Jahr sind im Mittelmeer bereits mehr als tausend Flüchtlinge ertrunken. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR kürzlich mitteilte, liegt die Zahl der bekannten Fälle bei 1073. Allein über das Osterwochenende sind demnach mehr als hundert Flüchtlinge ertrunken. Die Dunkelziffer dürfte um ein vielfaches höher sein. Gerade nimmt die Zahl derer, die versuchen, in zumeist kaum seetüchtigen Booten über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, wegen des guten Frühlingswetters wieder zu. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden in diesem Jahr bereits mehr als 36.700 Bootsflüchtlinge gerettet und nach Italien gebracht. Das ist eine Zunahme um fast 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Eindrücke aus Libyen von Björn Blaschke

Die Altstadt von Tripolis

Die meisten dieser Flüchtlinge kommen aus einem der Länder, die südlich der Sahara liegen: Aus Nigeria, Eritrea oder aus Mali. Sie wählen die Route über Libyen. Sie gilt für Flüchtlinge als sicher, weil das nordafrikanische Land so unsicher ist: Nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi, 2011, begann ein Bürgerkrieg, in dem sich ungezählte Milizen bekämpfen. Drei Regierungen, von denen nur eine international anerkannt ist, ringen um die politische Macht in Libyen. In diesem Chaos machen Verbrecherbanden viel Geld mit dem Schmuggel von Drogen, Waffen und Menschen. Björn Blaschke ist nach Libyen gereist und eine Reportage über Flüchtlinge mitgebracht, die in dem Land gestrandet sind.

Breitengrad - die Auslandsreportage

Endstation Libyen? Flüchtlinge aus Afrika gestrandet vor den Tiefen Europas

Reportage am Samstag, 6.5.2017, 18:05 Uhr

Autor: Björn Blaschke

Sendung am Mittwoch, 10.5.2017, 14:05 Uhr

Moderation & Musik: Jay Rutledge
Redaktion: Jörg Paas

  • Jay Rutledge | Bild: BR / Ralf Wilschewski Jay Rutledge

    Spezialgebiete: Musik aus allen Ländern der Welt, vor allem aus Afrika

  • Jörg Paas, Redakteur in der Redaktion Politik und Hintergrund | Bild: BR, Wolfgang Vichtl Jörg Paas

    Redaktion Politik und Hintergrund


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