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Songwriter-Wunderkind Jake Bugg "Hearts That Strain"

Er ist gerade mal 23. Schon bei seinem Debüt mit 18 Jahren lobten ihn Kritiker als Wunderkind des Retro-Rocks. Nun meldet sich der britische Singer-Songwriter mit einem vierten Album zurück. Mit elf Songs, minimalistisch und voller Melancholie.

Von: Matthias Hacker

Stand: 05.09.2017

CD-Cover"Hearts That Strain" von Jake Bugg | Bild: EMI Music; Montage: BR

Wild West Saloon statt Fish‘n Chips

Jake Bugg knüpft nicht direkt an seine  vergangenen CDs an: Seitdem er 2012 sein selbst betiteltes Debüt vorgestellt hat, kennen ihn ja die meisten als Retrorocker. Seit seinem ersten großen Hit „Lightning Bolt“ sind jetzt fünf Jahre und vier Alben vergangen. Auf dem neuesten “Hearts That Strain” klingt der junge Lad aus Nottingham aber gar nicht mehr britisch. Das neue Album ist durch und durch amerikanisch. Er hat es nämlich im US-Musik-Mekka Nashville aufgenommen. Und das hört man an ganz vielen Stellen. Er überrascht uns mit einem Soft-Rock-Saxofon, einem Saloon-Klimper-Klavier und mit ganz vielen Country-Einflüssen. Im Song „This Time“ beispielsweise lässt er sogar die die Steel-Guitar erklingen. Das klingt schon weniger nach Fish‘n Chips. Das klingt mehr nach Wild West Saloon.

Band aus lauter Hochkarätern

Die Platte ist wirklich in einem altehrwürdigen Studio in Nashville aufgenommen worden und sie klingt auch wirklich fantastisch. Aber es liegt nicht nur an Nashville. Es liegt vor allem auch an seiner fantastischen Band. Die ist wirklich gespickt mit lauter Hochkarätern. An der Gitarre steht Dan Auerbach von den Black Keys, die er zuletzt auf US-Tournee begleitet hat. Dann hat er noch Teile der legendären Memphis Boys an Bord. Und Jake Bugg kennt deren ruhmreiche Geschichte:

"Wie kannst du nicht zum besseren Musiker werden, wenn du mit Leuten zusammenspielst, die schon mit Elvis, Aretha Franklin oder Dusty Springfield gespielt haben."

Jake Bugg

Schwester von Popstar Miley Cyrus

Er hat sich also sehr viel Erfahrung ins Boot geholt, so dass die Platte manchmal schon sehr erwachsen und glatt klingt. Er schreibt tolle Texte über das Scheitern in der Liebe und den Verrat von Freundschaften. Aber kleinere Ecken und Kanten gibt es leider nicht. Da tut es gut, wenn mit Noah Cyrus, der kleinen Schwester von Popstar Miley Cyrus auch eine junge Stimme neben Jake Bugg dazu kommt. Mit ihr singt er die sanfte 60er Jahre Soulnummer „Waiting“.


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