Bayern 2 - Bayern 2-Favoriten


9

Album voller Leidenschaft Benjamin Biolay: „Volver”

Auch in seinem neuen Album "Volver" klingt Benjamin Biolays neue Verbundenheit mit Südamerika, speziell mit Argentinien, deutlich nach. Gerade ist es erschienen.

Stand: 26.05.2017

CD-Cover "Volver" von Benjamin Biolay | Bild: Barclay, Montaeg: BR

Auf dem Höhepunkt

Benjamin Biolay ist wirklich auf dem Hoch seines Schaffens, und er hält dieses Niveau. „Volver“ ist so etwas wie die Fortsetzung von „Palermo Hollywood“. Die beiden Alben bilden ein Gesamtkunstwerk, das aus einem längeren Aufenthalt in Buenos Aires entstanden ist, aufgenommen teils dort, teils in Paris, mit vielen interessanten Gästen. Das Album ist noch vielfältiger als der Vorgänger. „Volver“ ist opulent, reich, kräftig, beeindruckend, voller Leidenschaft. In jedem Song gibt es etwas zu entdecken, kleine Sounds, große Arrangements, unerwartete Ideen. Biolay arrangiert das alles selbst. Man spürt seine Leidenschaft.

Französischer Musikpreis?

Für das Vorgängeralbum wurde Biolay mit dem französischen Musikpreis, dem Victoire de la Musique ausgezeichnet. Vielleicht ja auch für die neue CD - es wäre nur konsequent, denn es ist beeindruckend, wie Biolay sich unterschiedliche Musikstile aneignet – und dabei immer ein echter Biolay bleibt.

Unterschiedliche Musikstile

So rockig wie ihm bei „Encore Encore“ zum Beispiel haben wir ihn noch nie erlebt. Ein sehr passender Sound für das, was Biolay mit diesem Lied beschreibt: Entwicklungen, die ihn beunruhigen: künstliche Intelligenz, soziale Netzwerke, Geheimdienste. Die dunkle Wolke, „Le Nuage“. Cumbia hören wir auf „Volver“, kubanischen Reggae, sehnsüchtiges Bandoneon. Und bei „Hypertranquille“ rappt Biolay sogar. Erst hatte Biolay nur gerappt, um seine Tochter zum Lachen zu bringen, dann fand er es cool – und das hat sich gelohnt. Und es gibt eine Hommage an eine Legende des Chansons: Biolay covert Léo Ferrés „Avec le temps“ aus dem Jahr 1971.

Vielfältige Gäste

Die Gäste, die Biolay sich ins Studio eingeladen hat sind ähnlich vielfältig: Erst mal die beiden Orchester, eins in Paris und eins in Buenos Aires. Ein argentinisches Hiphop-Duo ist dabei, Schauspielerin Sofia Wilhelmi, die schon auf dem Vorgängeralbum zu Gast war. Seine Ex-Frau, Schauspielerin Chiara Mastroianni hat sich für ein Duett eingefunden – und sogar ihre Mutter Catherine Deneuve. Biolay wollte ihre Stimme in einem Song einsetzen, so dass sie klingt wie aus einem alten Film. Sie hat gerne mitgemacht. Daraus entstanden ist der Song „Happy Hour“ – alles andere als happy übrigens, Alkohol als Auslöser von Eifersucht und Gedächtnislücken – tatsächlich eine Warnung vor übermäßigem Alkoholgenuss … ohne erhobenen Zeigefinger, wie Biolay im Interview betont.


9