Bayern 2 - Bayerisches Feuilleton

Das Wunderland Ausflüge ins katholische Bayern

"Wunder sind für unmöglich gehaltene und daher Staunen erregende Transgressionen existierender Wissens- und Denkgrenzen, die alternative Ordnungsentwürfe aufscheinen lassen und häufig als Manifestationen von Transzendenz gedeutet werden."

Autor: Maximilian Dorner Stand: 10.12.2011
Wallfahrt, Altötting | Bild: picture-alliance/dpa

Bayern ist ein Land voller Wunder. Das kann man glauben oder nicht. Man kann ihnen aber auch nachreisen, um sie zu finden. Im katholischsten aller Bundesländer, dessen Schutzpatronin noch dazu die Gottesmutter ist, kommt man wohl an Altötting nicht vorbei. Seit über 700 Jahren wird hier ein Bild angebetet. Kommt nicht diese Tatsache allein einem Wunder gleich? Was sagen die dazu, die von diesem Wunder leben? Die Devotionalienhändler rund um die Gnadenkapelle mit ihrem Wunderkitsch.

Wer nicht an Wunder glaubt, ist selber schuld

Man kann aber auch ins Allgäu fahren zu einer Gesundbeterin. Solche Heiler gibt es noch, sie sind immer noch oder schon wieder das Ziel kranker Menschen. Was ist für sie ein Wunder? Oder aber man bleibt auf der Suche nach Wundern da, wo man herkommt: in München, und trifft sich mit einer jungen Nonne im Rollstuhl, für die es ein Wunder ist, dass sie im Kloster mit offenen Armen empfangen wurde, nach all dem, was sie in ihrem Leben schon durchgemacht hat.- Wer nicht an Wunder glaubt, ist also selber schuld. Gerade in Bayern.

Wunderland Altötting

Trachtler versammeln sich auf dem Kapellplatz in Altötting in Oberbayern

"Dass ein Wunder auch immer Geld anzieht, ist in Altötting schon an der Anlage des Kapellplatzes abzulesen. Die Gnadenkapelle ist umringt von Geschäften. Und meiner nichtwissenschaftlichen Beobachtung nach verbringen die meisten Wallfahrer vor den Auslagen und Schaufenstern mehr Zeit als vor der Marienfigur. Ob aber auf die ganzen Devotionalien wirklich ein wundersamer Funke überspringt, darauf will sich selbst deren Verkäuferin nicht festlegen ..."