Strukturwandel Frankenwald Leere Häuser, alte Menschen, kein Konzept
Der Landkreis Kronach ragt wie eine Halbinsel ins benachbarte Thüringen. Als Zonenrandgebiet entwickelte sich die Gegend mit Hilfe staatlicher Fördermittel zu einem bayerischen Industriestandort. Seit der Wende in der geografischen Mitte, driftet der Kreis immer mehr an den wirtschaftlichen Rand. Die Jugend wandert ab, Dörfer veröden, Hilfe ist nicht in Sicht.
Es sind vor allem beruflich qualifizierte junge Leute, die Kronach verlassen. Oft wohnen überwiegend alte Menschen in den Dörfern. Viele Häuser stehen leer, die jungen Leute sind weit weggezogen, die Immobilien verlieren dramatisch an Wert, werden unverkäuflich.
Es geht unaufhaltsam rückwärts
Den Gemeinden fehlen Steuereinnahmen, Hilfe aus der Landeshauptstadt München ist nicht in Sicht. Jedes Jahr verliert der Landkreis Kronach zwischen 500 und 800 Einwohner. Jedes Jahr verschwindet sozusagen ein ganzes Dorf, auch wenn die Häuserfassaden über die Ödnis hinwegtäuschen. Noch! Wenn eine alleinstehende alte Frau mit einer kleinen Rente ein Haus erhalten muss, dann stößt sie schnell an Grenzen. Die Jungen wollen ins Elternhaus nichts mehr investieren, warum auch?
Schrumpfprobleme überall im Norden und Osten Bayerns
Der Landkreis Kronach ist bei weitem nicht die einzige Schrumpfregion in Bayern. Der Demografie-Spiegel der bayerischen Staatsregierung zeigt, dass der gesamte Norden und Osten Bayerns weiter Bewohner verlieren wird. Besonders alarmierend sind die Prognosen der Statistiker: In den nächsten 20 Jahren wird sich an der Situation nichts ändern.
Einkaufsbus statt Dorfladen
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Was also machen ältere Menschen, wenn der letzte Dorfladen schließt und der nächste Supermarkt kilometerweit entfernt ist? Im Landkreis Kronach in Oberfranken hat sich ein Lebensmittelhändler etwas einfallen lassen: Jeden Freitagvormittag fährt ein privat finanzierter Omnibus, sammelt in zehn Dörfern im nördlichen Landkreis Kronach meist ältere Menschen ein und bringt sie in die zentral gelegene größere Ortschaft Steinberg zu einem Supermarkt. Auch der Busfahrer wohnt in einer kleinen Gemeinde, wo in immer mehr Häusern nur noch eine ältere Person wohnt, wo die Schneeräumpflicht aufgehoben und durch einen kostenpflichtigen Räumservice ersetzt wurde, weil die älteren Menschen mit dem Schnee und Eis auf den Gehsteigen alleine überfordert sind.

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