Bayern 2

     

radioWissen Der Erste Weltkrieg und die Literatur

Erich Maria Remarque | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 29.07.2014
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Erich Maria Remarque
"Im Westen nichts Neues"
Autorin: Justina Schreiber / Regie: Petra Herrmann

Ernst Toller
Endstation Central Park
Autor: Thomas Grasberger / Regie: Irene Schuck

Das Kalenderblatt
29.7.1900
Lenin verlässt Russland Richtung München
Von Julia Devlin

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Erich Maria Remarques pazifistischer Roman "Im Westen nichts Neues" erschien 1929 in Buchform, also zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Der Autor, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Erich Paul Remark hieß, verarbeitete hier seine eigenen Erlebnisse als 19-jähriger Soldat an der Westfront. Da er allerdings bereits nach wenigen Wochen verwundet worden war, griff er für seine Geschichte vom Kriegsfreiwilligen Paul Bäumer auch auf die Erzählungen der Kameraden zurück, die er im Lazarett kennengelernt hatte. Der Roman erzählt aus der Sicht ganz gewöhnlicher Männer, wie traumatisierend sich die Kämpfe und der Anblick leichenbedeckter Schlachtfelder auswirkten und welche zerstörerischen psychischen Folgen ständiger Hunger und unentwegte Angst hervorriefen. Der Antikriegs-Roman, der 1930 in den USA verfilmt wurde, machte Remarque weltberühmt. Die Nazis jedoch verbrannten das Buch als "schädliches Schrifttum" und setzten den Film auf den Index.
Auch Ernst Toller, der sich am 22. Mai 1939 in einem New Yorker Hotel das Leben nahm, war von den Nazis ins Exil getrieben worden. Schon lange hatte der radikale Sozialist und Pazifist an Depressionen gelitten. Sein politischer Traum war gescheitert: "Wir kämpfen für eine gerechtere Welt, wir fordern Menschlichkeit, wir müssen menschlich sein". Das hatte Toller 1919 als Kommandeur der Roten Garden im Kampf um die bayerische Räterepublik gefordert. Mehr Menschlichkeit, denn von den Grausamkeiten des Militärs hatte er genug. Der Sohn jüdischer Eltern war 1914 als Freiwilliger in den Krieg gezogen und hatte sich erst angesichts der Gräuel zum radikalen Pazifisten entwickelt. Und zum Sozialisten. Als einer der führenden Räterepublikaner wurde er - wie viele seiner Genossen - in den frühen 1920er Jahren zu Festungshaft verurteilt. Trotz der schlimmen Haftbedingungen schrieb Ernst Toller hinter Gittern seine aufrüttelnden expressionistischen Theaterstücke gegen Krieg und Ausbeutung: "Masse Mensch", "Die Maschinenstürmer" oder "Hinkemann".

Redaktion: Petra Herrmann
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