Bayern 2

Bayerisches Feuilleton Die schwarze Mappe (1/3)

Gisela Heidenreich als Kind | Bild: Gisela Heidenreich

Samstag, 12.10.2013
08:05 bis 09:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Die schwarze Mappe (1/3)
Das Kind, die Zeugin und der Täter
Das norwegische Waisenkind
Von Gisela Heidenreich
(Nicht als Podcast verfügbar)
Wiederholung am Sonntag, 20.05 Uhr

Erst ist die Mutter des kleinen Mädchens die Tante und die Tante die Mutter, dann ist plötzlich die Mutter die Tante und deren beiden Söhne sind keine Brüder mehr, sondern Vettern. Und der Vater des Mädchens ist angeblich in Russland vermisst. Kein guter Start ins Leben! Doch nicht genug: Als sich die leibliche Mutter endlich zu dem Mädchen bekennt, verleugnet sie es auch schon wieder als Kind der Schwester. Welche Erklärung kann es für ein Kind geben, wenn die Mutter nicht stolz sagt: "Das ist meine kleine Tochter"? Heißt das nicht, es gibt keinen Grund, auf die Tochter stolz zu sein? Das kleine Mädchen kann nicht wissen, dass es für seine Mutter in Bad Tölz eine Schande ist, ein uneheliches Kind zu haben.
Gisela Heidenreich kam 1943 in Oslo zur Welt. Auf die Frage, warum sie nicht in Deutschland geboren sei, bekam sie von ihrer Mutter nur die lapidare Antwort: "Damals war Norwegen deutsch, und ich hatte dort dienstlich zu tun". Emilie Edelmann arbeitete in Norwegen bei der SS-Organisation "Lebensborn e.V." zur "Aufnordung des deutschen Blutes" – als kleine Sachbearbeiterin, wie sie behauptete. Ihre wahre Rolle im "Lebensborn" und im Naziregime hat sie versucht zu verschweigen, auch den Vater ihrer unehelichen Tochter, den SS-Standartenführer Ernst Kemper, und die große Liebe ihres Lebens, den NS-Diplomaten Horst Wagner, für Gisela Heidenreich lange ein geheimnisvoller Fremder, dessen schwarze Mappe ihre Schulmappe war.

Hörkino zum Frühstück statt Frühstücksfernsehen

Das Bayerische Feuilleton erzählt keine Geschichten, die schon 100 Mal erzählt wurden. Alle Spielarten von Geschichte hinter den Geschichten sind möglich. Wir nutzen die Chance für Spott, Scherz, Satire und Ironie. Uns interessieren Themen, in denen sich reale Ortschaften mit Literatur und Kunst verbinden. Wir schätzen Originale in der schönen neuen Medienwelt der "Unauffälligen". Wir bieten radiophone Geschichten mit Gedankenstoff und Spielraum für Gefühle. Als journalistisches Genre hat das Bayerische Feuilleton eine anspruchsvolle Tradition.

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