Bayern 2

Bayerisches Feuilleton Die wilden 60er-Jahre an der Isar

Hippies auf der Leopoldstraße in München | Bild: picture-alliance/dpa

Sonntag, 29.07.2012
20:05 bis 21:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

München rockt
Die wilden 60er-Jahre an der Isar
Von Florian Fricke
Wiederholung vom Samstag, 8.05 Uhr
Als Podcast verfügbar

Anfang der 1960er bahnen sich von Norden her die ersten Ausläufer einer Flutwelle ihren Weg durch die Republik. Diese Welle mit Namen "Beat" erreicht schließlich auch den Alpenrand, all die Teens und Twens mitreißend, die nicht mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. München entwickelt sich zum Zentrum der Beatmusik im gesamten süddeutschen Raum. 1963 eröffnet in der Leopoldstraße das Musiklokal "Big Apple", wenig später in der Nachbarschaft der Liveclub "PN hit-house". Jeden Tag spielt eine Band, sieben Tage die Woche. Wenn ein Topact der so genannten "British Invasion" wie die Kinks oder die Hollies auftreten, kommen die Gäste aus dem gesamten Umland, ja sogar bis von Stuttgart und Salzburg, um die ersten langhaarigen Musiker zu bestaunen.
Musik ist vorerst noch die wichtigste Droge, die alle brauchen und die alles zusammenhält. Viele Karrieren werden angeschoben, im Großen wie im Kleinen. Hanns Christian Müller, der später als Regisseur der Gerhard Polt-Filme Furore machen wird, steht schon als Fünfzehnjähriger mit seiner Band auf der Bühne des PN. Pete York, später Schlagzeuger bei Helge Schneider und schon lange Wahlbayer, lässt sich mit der Spencer Davis Group im Big Apple feiern. Konstantin Wecker hält als Jugendlicher die Beatles für Schlagerfuzzis und steht eher auf Opern, was ihn nicht davon abhält, mit einem Kumpel und gestohlenem Geld für vier Wochen nach Italien abzuhauen. Christian Burchardt entdeckt für sich die Musik fremder Völker, gründet "Embryo" und tourt durch Nordafrika und Indien. Die Band "Amon Düül" liefert den wilden, neuen Sound zur 68-Revolution. Viele andere namenlose Musiker beackern die Bühnen in Haidhausen und Schwabing und werden von den Nachwuchsfans gefeiert, als wären sie die Stones persönlich. Es sind wilde Zeiten, die nicht alle unversehrt überstehen. Aber kaum einer der Veteranen will sie missen.
Florian Fricke rekonstruiert den Soundtrack und das Lebensgefühl jener Jahre, in denen München rockte.

Hörkino zum Frühstück statt Frühstücksfernsehen

Das Bayerische Feuilleton erzählt keine Geschichten, die schon 100 Mal erzählt wurden. Alle Spielarten von Geschichte hinter den Geschichten sind möglich. Wir nutzen die Chance für Spott, Scherz, Satire und Ironie. Uns interessieren Themen, in denen sich reale Ortschaften mit Literatur und Kunst verbinden. Wir schätzen Originale in der schönen neuen Medienwelt der "Unauffälligen". Wir bieten radiophone Geschichten mit Gedankenstoff und Spielraum für Gefühle. Als journalistisches Genre hat das Bayerische Feuilleton eine anspruchsvolle Tradition.

März 2013

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
1. März 2. März 3. März
4. März 5. März 6. März 7. März 8. März 9. März 10. März
11. März 12. März 13. März 14. März 15. März 16. März 17. März
18. März 19. März 20. März 21. März 22. März 23. März 24. März
25. März 26. März 27. März 28. März 29. März 30. März 31. März

Juli 2013

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
1. Juli 2. Juli 3. Juli 4. Juli 5. Juli 6. Juli 7. Juli
8. Juli 9. Juli 10. Juli 11. Juli 12. Juli 13. Juli 14. Juli
15. Juli 16. Juli 17. Juli 18. Juli 19. Juli 20. Juli 21. Juli
22. Juli 23. Juli 24. Juli 25. Juli 26. Juli 27. Juli 28. Juli
29. Juli 30. Juli 31. Juli

Legende

  • Als Podcast verfügbar
  • Surround