radioThema Leben auf Santo Antão
Donnerstag, 08.12.2011
20:03
bis 21:00 Uhr
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Als Podcast verfügbar
Bayern 2
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Kapverdische Samba
Vom Rhythmus des Lebens auf Santo Antão
Von Wolf Gaudlitz
Als läge da ein riesiges Schiff aus Stein mitten im Atlantik verankert – das war die erste Assoziation des Autors und Radioreisenden Wolf Gaudlitz bei seinem Besuch auf den Kapverden im Atlantik - ein weitgespannter Archipel mit 15 Inseln, der zu Zeiten der ersten großen Seefahrer – Portugiesen und Venezianer – im 15. Jahrhundert entdeckt und teilweise bevölkert wurde. Die meisten Inseln sind gar nicht so grün, wie ihr portugiesischer Name nahelegt, sondern karg, trocken, wüstenartig. Vom senegalesischen Cabo Verde – dem westlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents aus betrachtet, sind die Kapverden quasi eine Art Landverlängerung Richtung Südamerika. Die nordwestlichste Insel wiederum, die "Verlängerung der Verlängerung", ist Santo Antão, eine bemerkenswert grüne, unberührte, fruchtbare Insel, bis heute ohne Flughafen und vom Tourismus nur gestreift. Ihre Bewohner, Nachfahren der einstigen Sklaven- und Salzhändler und oft kreolischer Herkunft, wissen, was sie an ihrem Paradies haben. Ihre aus europäischen und afrikanischen Quellen gespeiste Kultur ist typischerweise von einer stetigen, leisen Melancholie geprägt; das, was anderen Orts "Blues" oder "Fado" heißt, ist hier die "Morna" – musikalisch von der Samba gleich überm großen Teich nur ein paar Töne entfernt.
Wer heute so wie unser Reporter Wolf Gaudlitz die Begegnung mit den portugiesisch-afrikanischen Ureinwohnern auf Santo Antão sucht und ihrer Sprache, einem säuselnden, portugiesisch-französisch-afrikanisch-kreolischen Mix, wie einer Musik lauscht, wird wie in eine andere, fremde, unverfälschte Kultur der Ferne eintauchen.

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