Bayern 2

Katholische Welt Abschied

Mann winkt zum Abschied aus dem Zug | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 01.11.2017
08:05 bis 08:30 Uhr

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Bayern 2

Abschied
Der Anfang von etwas Anderem
Von Georg Magirius
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Im Abschiednehmen müsste man eigentlich geübt sein, schließlich erlebt man Abschiede immer wieder: Man winkt am Bahnsteig, sagt dem Urlaub Adieu, die Schulzeit endet, der Arbeitgeber wechselt, Freundschaften zerbrechen, es stirbt ein naher Mensch. Dennoch sind Abschiede häufig mit Schmerz und Ohnmacht verbunden. Es herrscht Sprachlosigkeit. Die Trauerriten der Kirchen helfen offenbar vielen nicht mehr weiter, weil oft gar keine Trauerfeier mehr gewünscht wird. Doch auch die Alternativen moderner Bestatter, den Sarg bunt anzumalen und möglichst lebensfroh zu trauern, setzen sich nicht durch. Sonst wären neuerdings nicht Trauerknigges gefragt, die althergebrachte Regeln in Erinnerung rufen. Psychologen haben über Jahrzehnte geraten, möglichst bewusst durch die sogenannten Trauerphasen hindurchzuwandern, die Trauer sodann loszulassen und ins Leben zurückzukehren. Aus derselben Branche heißt es nunmehr: Bei schweren Verlusten helfe es gerade umgekehrt zu lernen, mit der Trauer ein Leben lang zu leben. Wie immer man sich dem Phänomen Abschied nähert: Solange man es zu regeln versucht, werden Ohnmacht und Sprachlosigkeit nur übertüncht, sagt unser Autor, der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius. Denn Abschiede sind letztlich unfassbar, unbeherrschbar, unergründlich. Statt nach einem allgemeingültigen Umgang mit der Vergänglichkeit zu suchen, nimmt er in seinem Essay den Einzelnen in den Blick. Und verweist auf Schriftstellerinnen und Poeten wie Robert Gernhardt, Hermann Hesse, Elke Heidenreich, Arnold Stadler, Lenka Reinerová, Karen Köhler oder Bertolt Brecht. Sie behandeln Trauer nicht als Thema, sondern erzählen einfach nur und haben damit eine eigene Sprache gefunden. Denn für sie ist Abschied kein Problem, das sich im Stil eines Kreuzworträtsels lösen ließe. Sie verstehen Abschied als Geheimnis, den Anfang von etwas Anderem.

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