Bayern 2

     

radioWissen Geschichte der Hygiene

Frau in Unterwäsche | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 25.09.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Unterwäsche
Hautnahes im Wandel der Zeit

Kulturgeschichte der Toilette
Von der Latrine zum Washlet

Das Kalenderblatt
25.9.1820
Ampère entdeckt Gesetz über Kraftwirkungen zwischen stromdurchflossenen Leitern
Von Hellmuth Nordwig

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Unterwäsche - Hautnahes im Wandel der Zeit
Autorin: Ulrike Beck / Regie: Susi Weichselbaumer
Die Geschichte der Unterwäsche beginnt mit einem Leinen-Schurz. Im alten Ägypten diente er als Funktionskleidung für die Arbeiter. Nur den Pharaonen und Privilegierten war es erlaubt, ein zweites, reich verziertes Tuch darüberzu tragen. Damit wurde der Schurz darunter zum ersten Mal zur Unterwäsche und im Dresscode der Reichen zum Luxusartikel, den sich über die folgenden Jahrtausende nur Adel und Wohlhabende leisten konnten. Erst mit der Einführung der Baumwolle als Massenware im 19.Jahrhundert setzt es sich durch, dass jeder Mann und jede Frau eine Unterhose trägt. Bis dahin hält sich die mittelalterliche Sitte, lediglich ein langes Hemd zu tragen. In der männerdominierten Gesellschaft galt es bis Ende des 19.Jahrhunderts sogar als verpönt, wenn Frauen ihre Scham verhüllten. Während die Männer der wohlhabenderen Schichten vereinzelt Beinkleider tragen, sind die Damen fest in ihr Korsett geschnürt und unter den Röcken nackt. Erst mit der Erfindung der Baumwoll-Trikotage ändert sich das. Die neue Unterwäsche findet reißenden Absatz und wird zum Alltagsartikel. Während die Herren die Wahl haben zwischen Feinrippslip und Boxershorts, entwickelt sich die Damenunterwäsche zum Sinnbild für Erotik. Egal, ob luxuriöse Dessous, essbare Fun-Wäsche oder atmungsaktive Funktionskleidung: Die Unterwäsche hat sich etabliert.

Kulturgeschichte der Toilette - Von der Latrine zum Washlet
Autor und Regie: Martin Trauner
Latrine, Locus, Abort oder Donnerbalken. Allein schon die Namen für die Bedürfnisanstalten verheißen nichts gutes. Und Jahrhunderte lang funktionierte die Notdurftentsorgung ja nach einem einfachen Prinzip: Ab ins Töpfchen und raus damit auf die Straße. So in etwa. - Zwar gab es schon in der Antike Vorläufer der etwas moderneren Toilettenanlagen, doch die waren den wohlhabenden Bedürftigen vorbehalten. Erst Ende des 16. Jahrhunderts erfand ein englischer Dichter ein Wasserklosett; freilich mussten noch einmal 200 Jahre vergehen, bis der Schotte Alexander Cumming sein "Wasserklosett mit Auslaufventilspülung und Geruchsverschluss" patentieren ließ. Und trotzdem: Auf die heute geläufigen, mit Wasser spülenden Toiletten musste ein Großteil der Bedürftigen noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts warten. Doch auch die könnten bald ein Auslaufmodell werden. - Denn weil Wasser ein kostbares und knappes Gut geworden ist, gibt es nun wasserlose Toiletten mit Aktivkohle-Filter.

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Thomas Morawetz

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