Bayern 2

Katholische Welt Barmherzigkeit 4.0

Frau bettelt vor der Kirche | Bild: picture-alliance/dpa

Sonntag, 13.08.2017
08:05 bis 08:30 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Barmherzigkeit 4.0
Betrachtungen über eine zeitgemäße Philosophie der Wertschätzung
Von Christian Schüle
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Barmherzig heißt traditionell gütig, mitfühlend oder auch mildtätig zu sein. In den großen Religionen wurde und wird der Begriff mit ‚gnädig’ übersetzt, der christliche Glaube unterscheidet sieben Werke der Barmherzigkeit als vorbildliche Beispiele praktischer Hilfeleistung für Notleidende oder Bedürftige. Was aber bedeutet dieser Begriff heute, nach dem "Außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit" 2016? Was heißt er in Zeiten einer globalisierten, digitalisierten Ökonomie 4.0 mit wachsender sozialer Ungleichheit und zunehmender Hetze, Gewalt und Leid? Unter Barmherzigkeit könnte heute nicht mehr in erster Linie die errettende Liebe oder nachgiebige Empathie, sondern vielmehr der Anspruch auf ein „gelingendes Leben” in der Gemeinschaft zu verstehen sein: als Chance individueller Beteiligung an Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. In der Barmherzigkeit wird die Sehnsucht des zeitgenössischen Individuums nach Anerkennung, Wertschätzung und vor allem Solidarität erkennbar - da beides gleichermaßen ein so hohes wie rares Gut geworden ist.
Christian Schüle übersetzt den althochdeutsch getönten Begriff der Barmherzigkeit in Geist und Sprache der Gegenwart. Seine Sendung untersucht, ob sich die Krise des Menschen in Zeiten einer aus den Fugen geratenen Zivilisation mit Barmherzigkeit 4.0 lösen lässt und inwieweit der Begriff für kommende Generationen zu einem sozialethischen Leitbild werden könnte.

Glaube und Leben

Die Katholische Welt thematisiert Fragen aus den Bereichen Christentum und Kirche, Religion und Gesellschaft. Ganz wichtig: Der Dialog - in der Kirche, zwischen den Kirchen, mit den Weltreligionen.