Bayern 2

     

radioWissen am Nachmittag Anziehung und Verführung

Das Modell Kate Moss als Wachsfigur bei Madame Tussaud | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 18.01.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

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BAYERN 2

Attraktivität
Was uns anziehend macht

Die Chemie der Bindung
Der Botenstoff Oxytocin

Das Kalenderblatt
18.1.1969
Die erste ZDF-Hitparade
Von Anja Mösing

Als Podcast verfügbar

Attraktivität - Was uns anziehend macht
Autorin und Regie: Justina Schreiber
Drei Fazite gleich vorweg: Hungrige Studenten finden mollige Frauen ansprechender als dünne. Fettleibige Kinder haben oft Kontaktprobleme. Gutes Aussehen ist im Berufsleben durchaus förderlich. Was der Laie dunkel ahnt, können Attraktivitätsforscher experimentell bestätigen oder gegebenenfalls widerlegen. Die Ende der 1960er Jahre entwickelte Disziplin ist heute nicht mehr nur eine akademische Spielwiese für Soziologen. Mittlerweile beschäftigen sich auch Biologen, Psychologen, Wirtschaftswissenschaftler und plastische Chirurgen mit Schönheitsformeln und Body-Checks. Zuverlässig begleitet vom öffentlichen Interesse. Denn wie heißt es doch in der Werbesprache so treffend? "Sex sells".

Die Chemie der Bindung - Der Botenstoff Oxytocin
Autorin: Ingeborg Hain / Regie: Frank Halbach
Ohne Hormone läuft in unserem Körper gar nichts. Sie regulieren alle Abläufe, egal ob wir schlafen oder wach sind. Speziell ein Hormon beeinflusst uns schon gleich beim Start ins Leben: Oxytocin. Es wirkt als Geburtshelfer, weil es die Wehen fördert. Es sorgt für die Milchproduktion in der Brust und ist mitverantwortlich für die Bindung zwischen Mutter und Kind. Aber das ist noch lange nicht alles. Aktuelle Forschungen zeigen: Das Potential von Oxytocin geht weit über das bekannte Bindungsverhalten zu Mutter und Vater hinaus. Es beeinflusst generell das Sozialverhalten zu anderen Menschen und kann deshalb das Gruppenverhalten stärken. Das gilt im Übrigen nicht nur beim Menschen, sondern bestätigt sich auch im Tierversuch. Oxytocin ist mit beteiligt, wenn wir verliebt sind oder abgeschlagen, es beeinflusst das Lernverhalten, senkt den Blutdruck und das Stresslevel. Außerdem spielt es messbar eine entscheidende Rolle bei psychiatrischen Krankheiten wie Autismus und Borderlein. Große Hoffnungen verknüpfen sich deshalb mit der Aussicht, vielleicht auf der Basis von Oxytocin neue Medikamente gewinnen zu können. Hier entwickeln Wissenschaftler im Moment erste, spannende Ansätze.

Redaktion: Susanne Poelchau

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