Bayern 2

Zündfunk Generator Fragile - Briefe aus einem zerbrechlichen Europa

Sonntag, 26.02.2017
22:05 bis 23:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Fragile - Briefe aus einem zerbrechlichen Europa
Von Laura Freisberg
Diese Sendung zum Nachhören unter www.bayern2.de/zuendfunk
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Annika Reich backt einen komplizierten Kuchen für Zeruya Shalev in Tel Aviv, den sie aber selbst isst. Björn Bicker erklärt der in Istanbul lebenden Autorin Ece Temelkuran, dass sie im Grunde in derselben Straße leben. Kathrin Röggla, Wienerin in Berlin, und A.L. Kennedy, Schottin in England, diskutieren über Wahnsinn in der Politik und über Fußball. Das sind drei Briefwechsel des Projektes "Fragile - Europäische Korrespondenzen", bei dem insgesamt 28 Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus ganz Europa sich die Frage stellen, was Europa ausmacht, wo es mehr als eine Wirtschaftsgemeinschaft ist - und
welche Aspekte besonders wertvoll und zerbrechlich sind. "Diese Woche war ich in Polen, um das Buch "Schmerz", das dort gerade erschienen ist, zu
begleiten. Ich habe dabei viel an Dich und an Europa gedacht. (…) In Polen sieht Europa weißer aus denn je, ohne Flüchtlinge, Einwanderer, Fremde. Weiß und christlich und angeblich beschützt, aber die meisten Menschen, die ich dort getroffen habe, machen sich Sorgen wegen dieser Entwicklung und streben, wie Du, einen Wechsel der Werte an." (Zerujha Shalev)
"In Berlin entsteht ein neues Türkei-Ghetto. Ich will dir verraten, worüber ich vor Erbitterung lachen musste: Einige der Intellektuellen, die uns die Plage Erdoğan beschert haben, die in seinen ersten Jahren ihren gesamten Verstand als Intellektuelle dazu einsetzten, ihm Legitimität zu verschaffen, haben längst in Berlin, im Stadtteil Mitte, Wohnungen gekauft, in die sie sich nun flüchteten. Widerwärtig, nicht wahr? (…) Diese Leute gesellen sich jetzt zu
der Gruppe "In der Türkei unterdrückte Intellektuelle" und surfen auf dieser neuen politischen Welle mit, die Schriftstellerin Aslı Erdoğan sitzt unterdessen im Gefängnis. "Interessante Zeiten" sind wie Jahrmärkte des Bösen, denke ich, da werden an tausenden Ständen all die großen und kleinen Bosheiten und schlechten Seiten des Menschen präsentiert. Sieh dich um, schau sie dir an, such dir etwas aus! (Ece Temelkuran)
Zwischen Berlin, London, München und Istanbul entspinnen sich Gespräche, die sich zwar um aktuelle politische Entwicklungen drehen, in denen aber auch Platz ist für persönliche Erfahrungen. Am 27. Januar erscheinen die Briefwechsel in der ältesten deutschen Literaturzeitschrift, den "Horen". Im Zündfunk Generator vertonen wir Auszüge der Briefwechsel und kollagieren sie mit Interviews mit den Autoren.

Ein genauer Blick auf die Welt

Die Welt, in der wir leben, wird immer schnelllebiger und komplexer. Was in der einen Woche unsere Schlagzeilen bestimmt hat, ist in der nächsten schon wieder von den Titelblättern und damit auch von unserem Aufmerksamkeitsradar verschwunden.

Der ZÜNDFUNK Generator setzt dieser Entwicklung bewusst eine andere Stimme entgegen. Er nimmt sich Zeit, Themen, die ihm wichtig sind, genauer zu betrachten.

In Serien und monatlichen Schwerpunkten können einzelne Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang eingeordnet und diskutiert werden. Dabei stellt der ZÜNDFUNK Generator Autoren, Künstler, Aktivisten und Philosophen vor und greift aktuelle gesellschaftliche Debatten auf, vertieft und beleuchtet sie aus verschiedenen Perspektiven. Es geht um Literatur und Gesellschaft, Pop und Politik, das Universum und dem ganzen Rest.

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