Bayern 2

Nachtstudio Humanisiert euch!

handschriftliche Seite aus dem kommunistischen Manifest | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 05.04.2016
20:03 bis 21:00 Uhr

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Bayern 2

Mehr Mut zum Manifest
Vom Versuch, mit einem Text die Welt zu verändern
Von Stephanie Metzger

Hier das "Ja", dort das "Nein". Hier das Wort, dort die Tat. Hier die Wirklichkeit, dort die Kunst. Und dazwischen: das Manifest. Im Laufe seiner Geschichte hat das Genre den Spielraum zwischen gesellschaftlicher Wirksamkeit und reiner Pose ausgeschöpft. Nicht ohne sich selbst dabei immer wieder zu verabschieden. „Die Zeit der Manifeste ist vorbei“, proklamierte Bruno Latour 2010. Und startete im gleichen Atemzug einen Versuch, das "Kompositionistische Manifest" zu schreiben.

Doch geschrieben wurden und werden sie, gerade heute. Zum Beispiel von einer Gruppe junger englischer Studenten, die in ihrem Manifest für eine akzelerationistische Politik (2013) den Kapitalismus mit seinen eigenen Mitteln schlagen wollen. Oder von französischen Intellektuellen, die im Konvivialistischen Manifest (2013) eine neue Kunst des Zusammenlebens erfinden. Von dem deutschen Aktionskünstler Philipp Ruch vom skandalträchtigen Zentrum für Politische Schönheit, der mit seinem Manifest Wenn nicht wir, wer dan!n (2015) einer humanistischen Revolution den Weg ebnen will. Oder von der österreichischen Autorin FALKNER, die ihr gesamtes Werk unter den Begriff des Manifestes gestellt hat. Das Manifest ist hier nicht doktrinärer Text oder bloßes ironisches Spiel. Vielmehr wird es zum Befreiungsschlag aus akademischen Fesseln und zum Medium eines experimentellen Denkens.

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