Bayern 2

radioWissen Vom Umgang mit unserer Erde

Anthropozän: Der Mensch hat die Erde in der Hand | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 07.01.2016
09:05 bis 10:00 Uhr

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Bayern 2

Das Anthropozän
Zeitalter des Menschen

Tiefenökologie
Wenn Philosophie praktisch wird

Das Kalenderblatt
7.1.1990
Schiefer Turm von Pisa gesperrt
Von Susanne Tölke

Als Podcast verfügbar

Das Anthropozän - Zeitalter des Menschen
Autor: Gerhard Richter / Regie: Sabine Kienhöfer
Klimaerwärmung, Plastik im Meer, Atomtests - der Einfluss des Menschen auf den Planeten ist größer, als man gemeinhin denkt. Eine übergeordnete, ausgleichende Natur gibt es nicht mehr. Warum also nicht gleich das gegenwärtige Erdzeitalter nach dem Menschen benennen? Forscher wie der Nobelpreisträger Paul Crutzen haben dafür den Begriff 'Anthropozän' geprägt - das 'menschgemachte Zeitalter'. Aber die Einteilung in Erdzeitalter ist Aufgabe der Geologen, und deshalb sucht derzeit eine Kommission rund um den Globus nach dem geologischen Nachweis menschlichen Handelns. Tatsächlich gibt es seit der industriellen Revolution vor 200 Jahren massenhaft Stoffe und geologische Formationen auf der Erde, die völlig neu sind. Und neu ist auch der Gedanke, dass der Mensch komplett verantwortlich ist für das Schicksal des Planeten und des Lebens darauf. Diese Einsicht bringt eine neue Geisteshaltung hervor, die so umwälzend ist, wie die kopernikanische Wende.

Tiefenökologie - Wenn Philosophie praktisch wird
Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Eva Demmelhuber
Die ökologische Katastrophe scheint ihren Lauf zu nehmen. Wir verfügen über alternative Konzepte und setzen sie kaum um. Wir kennen unser Fehlverhalten und machen weiter wie bisher. Fast scheint es, als wollten unsere Gehirne nicht verarbeiten, was Augen und Ohren wahrnehmen. Längst steht mehr zur Diskussion als nur ein Paar umweltpolitische Entscheidungen. Die Stellung des Menschen in der Natur, unser Welt- und Selbstbild steht zur Disposition. Denn die Zukunft unserer Kinder, der Fortbestand der Gattung Mensch ist gefährdet. Die Umweltbewegung ist an einem Wendepunkt angelangt. Konventioneller Umweltschutz, der die Natur wie in einem großen Reparaturbetrieb zum Wohle des Menschen erhalten will, scheint nicht auszureichen, die globale ökologische Krise zu meistern. Und Appelle an den guten Willen verhallen, solange der Motor auf unbegrenztes Wachstum steht. Seit gut fünfzehn Jahren wird deshalb von Umweltaktivisten und Philosophen in Amerika, Europa und Australien ein neuer Ansatz diskutiert, der uns mit einer umfassenden ökologischen Ethik versorgen soll: die Tiefenökologie. Tiefenökologie sieht die Erde als ein lebendes System interdependenter Prozesse, plädiert für den gleichen Wert aller Lebensformen und sieht den Menschen nicht als Krone der Schöpfung, sondern eingebunden in das Netz des Lebens. Der Ansatz baut auf die Synthese moderner Systemtheorie mit traditionellen Weisheiten, verknüpft geistiges Wachstum mit politischer Aktion und vermittelt neue Wahrnehmungen zum Wandel unseres Weltbildes. Ziel der neuen Ethik ist individuelle Bereitschaft, in all unser wirtschaftliches und politisches Handeln den Schutz der Umwelt einzubeziehen und sie als Mitwelt zu begreifen.

Redaktion: Bernhard Kastner
Moderation: Iska Schreglmann

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