Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Der Name - Markenzeichen oder Schall und Rauch?

Sugarman: Sixto Diaz Rodriguez 2013 | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 13.02.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Schreiben unter Pseudonym
Geheimnis oder Verkaufsstrategie

Sugarman
Der Musiker Sixto Díaz Rodríguez

Das Kalenderblatt
13.2.1959
Die erste Barbie-Puppe wird in den USA verkauft
Von Susi Weichselbaumer

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Schreiben unter Pseudonym - Geheimnis oder Verkaufsstrategie
Autor und Regie: Martin Trauner
Was ist der echte Name? Hermann Hesse oder Emil Sinclair? Natürlich: Hermann Hesse. Emil Sinclair war nur ein Pseudonym, unter dem Hesse einen literarischen Neuanfang versuchte. Die meisten Künstler machen um ihr Pseudonym kein großes Geheimnis, doch bei einigen löst die Suche nach dem realen Menschen hinter dem Phantasienamen eine wahre Detektivjagd aus: Etwa bei Elena Ferrante. 2016 glaubte ein italienischer Journalist, die Autorin, die das Rampenlicht meiden wollte, enttarnt zu haben. Die meisten freilich wählen ihr Pseudonym aus ganz pragmatischen Gründen: Oft passt ihr Geburtsname einfach nicht zu dem Werk, das sie veröffentlichen. So zum Beispiel bei Samuel Langhorne Clemens: Als Mark Twain schrieb er Tom Sawyer und wurde, vielleicht auch wegen seines Künstlernamens, weltberühmt.

Sugarman - Der Musiker Sixto Díaz Rodríguez
Autor: Ulrich Zwack , Regie: Sabine Kienhöfer
Was für eine Geschichte! Da nimmt in den frühen 1970er Jahren ein Singer-Song-Writer namens Sixto Diaz Rodriguez in den USA und in England zwei Langspielplatten auf. Weil sich beide offenbar als Flop erweisen, hängt er die Gitarre schließlich wieder an der Nagel und schlägt sich als Sozialarbeiter, Tankwart und Bauarbeiter durchs Leben. Aber in so fernen Ländern wie Australien oder Südafrika sind die Platten keine Flops, sondern regelrechte Bestseller. Vor allem im noch von der Apartheidpolitik geprägten Südafrika besitzt Rodriguez, alias Sugarman, wie man ihn dort nach einem seiner Lieder auch nennt, Kultstatus, gilt er gewissermaßen als zweiter Bob Dylan. Die Plattenfirma verschweigt dem Musiker allerdings den Erfolg, zahlt ihm keinen einzigen Cent an Tantiemen. So erfährt Sixto Rodriguez selber von seinem Ruhm erst 1998, als sich südafrikanische Journalisten auf die Suche nach dem geheimnisvollen Sugarman begeben und auch tatsächlich fündig werden. Seitdem gibt er wieder regelmäßig Konzerte. Und der schwedischer Dokumentarfilm Searching for Sugar Man, der die Suche nach Rodriguez zum Thema hat, gewinnt 2013 sogar einen Oskar.

Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Petra Hermann

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