Bayern 2

radioWissen Gummi

Mädchen bläst Kaugummi aus ihrem Mund | Bild: colourbox.com

Freitag, 24.11.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Der Kaugummi
Zäher Begleiter der Menschheit

Das weiße Gold
Kautschuksammeln im Amazonas

Das Kalenderblatt
24.11.1858
Johann Strauss spielt die Tritsch-Tratsch-Polka
Von Frank Halbach

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der Kaugummi - Zäher Begleiter der Menschheit
Autorin: Brigitte Kramer / Regie: Frank Halbach
Er stammt aus Mittel- und Südamerika und war den Mayas ein Allheilmittel. Sie trauten dem bis zu 40 Meter hohen Breiapfel- oder Kaugummibaum, Manilkara zapota, fast alles zu: Wunden heilen, Cholesterin senken, Duchfall stoppen, Erkältung lindern ... Weltkarriere hat sein eingedickter Milchsaft gemacht. Die Ureinwohner nannten ihn Chictli und kauten darauf herum. Die Spanier brachten den Naturkaugummi im 16. Jahrhundert dann nach Europa. Als die Amerikaner Ende des 19. Jahrhunderts den synthetischen Kaugummi erfanden, geriet die süßliche Kaumasse in Vergessenheit. Heute hat sie wieder Renaissance: Eine Kooperative produziert in Mexiko Naturkaugummi der Marke Chicza und vertreibt ihn in über 30 Ländern. Dabei bleiben der tropische Regenwald und eine jahrtausende alte Kultur erhalten.

Das weiße Gold - Kautschuksammeln im Amazonas
Autorin: Gudrun Fischer / Regie: Irene Schuck
Eine Oper mit Goldkuppel mitten im Amazonasurwald? Die Kautschukbarone Brasiliens investierten ihr Geld in Prunk. Sie verdienten Ende des 19. Jahrhunderts ein Vermögen mit dem weißen Gold, dem Kautschuk. Doch der Boom endete schnell. Die Kautschuksamen wurde außer Landes geschmuggelt und wuchsen in anderen tropischen Ländern auf Plantagen. Das mühsame Ernten im Urwald lohnte sich nicht mehr.
Trotzdem suchen heute noch Menschen im Amazonasgebiet nach dem Naturgummi. Sie leben in Sammelreservaten, bekommen ein paar Pfade im Urwald zugewiesen und wandern täglich durch den Wald, um an den besten Stämmen zu ritzen. Der weiße Milchsaft läuft in eine Schälchen, das sie am Stamm befestigen und einmal die Woche leeren. Heute liefert Brasilien nur noch ein Prozent des weltweit verkauften Naturgummis. Doch das soll sich ändern. Es wird erforscht, ob der Latex-Baum nicht im Süden Brasiliens in Plantagen wachsen kann, wo der Pilz, der den Baum im Amazonasgebiet befällt, nicht überlebt. Kautschuk ist hitzebeständiger als künstliches Gummi. Deswegen müssen zum Beispiel Flugzeugreifen zu hundert Prozent aus diesem Pflanzensaft sein. Insgesamt 40.000 Produkte werden aus Kautschuk hergestellt, besonders in der Medizintechnik ist Naturlatex nötig. Mit einer Kautschuksammlerin unterwegs im Amazonasurwald.

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Gerda Kuhn

Unter dieser Adresse finden Sie die Manuskripte von radioWissen:
http://br.de/s/5AgZ83

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