Bayern 2

radioWissen Die Aneignung der Natur

Fruchtbarer Acker | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 23.11.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

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Bayern 2

Land Grabbing
Profitstreben gräbt die Äcker um

Wem gehört die Natur?
Die Privatisierung der Ressourcen

Das Kalenderblatt
23.11.1889
Louis Gloss stellt ersten Musikautomaten mit Münzeinwurf auf
Von Anja Mösing

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Landgrabbing - Profitstreben gräbt die Äcker um
Autorin: Bettina Rühl / Regie:
Landgrabbing hat es schon immer gegeben, aber noch nie in dem Ausmaße wie heute. Dafür wurde eigens ein neuer Begriff geprägt: "Landgrabbing". Damit ist eine Art der Landnahme gemeint, in der ausländische Investoren in Entwicklungsländern immer mehr Land kaufen, um dort auf Plantagen industrielle Landwirtschaft zu betreiben. Allein zwischen 2006 und 2009 wurde in Ländern des Globalen Südens nach Schätzungen so viele Hektar an ausländische Investoren vergeben, wie einem Viertel der Ackerfläche der Europäischen Union entspricht. Kritiker monieren, dass nur die Regierungen vor allem der ärmeren, überwiegend afrikanischen Länder von der Landvergabe profitieren und Geld bekommen. Die Bevölkerung dagegen, so der Vorwurf, geht leer aus. Oder noch schlimmer: Sie leidet darunter. Denn in den betroffenen Ländern lebt die Bevölkerung überwiegend von der Landwirtschaft, wobei sie oft selbst nicht genug Ackerfläche hat. Die Regierungen der betroffenen Länder hingegen argumentieren, dass sie das Geld, das sie durch die Landvergabe verdienen, für die Entwicklung ihrer Länder nutzen können. Fluch oder Segen? radioWissen untersucht die Auswirkungen des "Landgrabbing" auf die betroffenen Länder.

Wem gehört die Natur? - Die Privatisierung der Ressourcen
Autor: Christoph Gurk / Regie: Sabine Kienhöfer
Wasser ist global gesehen längst zu einer frei verkäuflichen Handelsware geworden: Konzerne sichern sich Quellen - und sie bestimmen Preise und Spielregeln. Damit reiht Wasser sich ein in eine ganze Reihe anderer Ressourcen, die natürlich vorkommen - aber längst den Gesetzen des Marktes unterliegen. Rohstoffe wie Metalle und Erze sind begehrt und knapp, ihr Preis steigt in immer neue Höhen. Aber auch Wälder, Fischgründe und Böden unterliegen heute dem Angebot und der Nachfrage - und das, obwohl sie oft seit Jahrhunderten in Gemeinschaftsbesitz waren.
Staaten und Unternehmen kämpfen heute zunehmend um immer knapper werdende Ressourcen. Auf ihrer Suche nach Reichtümer dringen sie in immer entlegenere Winkel der Erde vor und machen immer neue Ressourcen zu Handelswaren. Zunehmend stoßen sie dabei aber auch auf Protest. Denn immer mehr Menschen stellen sich die Frage: Wem gehören eigentlich die Ressourcen der Natur? Wer soll von Ihnen profitieren? Und: Wie wollen wir Ressourcen nutzen?

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Nicole Ruchlak

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