Bayern 2

Aus dem Studio Franken: Concerto bavarese Fränkische Komponisten

Nacht auf Freitag, 17.11.2017
00:12 bis 02:00 Uhr

Bayern 2

Zum 60. Geburtstag des Komponisten Claus Kühnl
Claus Kühnl: "Zeitfülle" (Niklas Liepe, Violine; Peijun Xu, Viola; Gabriel Schwabe, Violoncello; Julia Okruashvili, Klavier); "Wurzeln des Zufalls" (Andreas Weimer, Klavier); Streichquartett in einem Satz (Dornbusch-Quartett); "Offene Weite ..." (Michinori Bunya, Kontrabass; Catherine Vickers, Klavier); "Duplum", Musik des Lichtes und der Finsternis; "Vision" (Mitglieder des Kammerorchesters Schloss Werneck)

"Mehr Konsonanz wagen", sagt der Komponist Claus Kühnl, "das ist tatsächlich mein aktueller Standpunkt, das ist eine Antwort auf die Emanzipation der Dissonanz um 1908 herum, in der Zweiten Wiener Schule. Wir haben heute aber eine andere Situation."
Doch darf man Claus Kühnl nicht missverstehen: Er möchte nicht das Rad der Musikgeschichte zurückdrehen, sein Ziel ist es vielmehr, den Unterschied von Konsonanz und Dissonanz verschwinden zu lassen. Durch kleine, aber wirkungsvolle Modifikationen nehmen dissonante Intervalle, mit denen seit Jahrhunderten bestimmte Klangvorstellungen einhergehen, eine andere Farbe an, rufen andere Assoziationen beim Hörer hervor, erweitern die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten. Und aus dieser faszinierenden Vielfalt schöpft Claus Kühnl in seinen Kompositionen.
Am 17. November 2017 wird Claus Kühnl 60 Jahre alt. Geboren im unterfränkischen Ort Arnstein, erhielt er Gitarren- und Klavierunterricht und sang im Chor. Bereits als Schüler wurde er an der Musikhochschule in Würzburg aufgenommen, nach dem Abitur studierte er dort Komposition bei Bertold Hummel, Klavier bei Julian von Karolyi, Dirigieren bei Hanns Reinartz und Musiktheorie bei Zsolt Gárdonyi. 1980 ging Claus Kühnl nach Frankfurt, um seine Kompositionsstudien bei Hans-Ulrich Engelmann zu vertiefen. Seit 1984 unterrichtete Claus Kühnl an verschiedenen Musikhochschulen, 2016 wurde er zum Honorarprofessor an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main ernannt.