Bayern 2

BR-Heimatspiegel extra Protestantismus zwischen Bayreuth und Bozen

Historischer Stich: Vertreibung der Protestanten aus Salzburg  | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 31.10.2017
07:05 bis 08:00 Uhr

Bayern 2

"S Dirndl is lutherisch worn ..."
Protestantismus zwischen Bayreuth und Bozen
Von Ulrike Zöller

Bayern, Österreich und Südtirol - ein Stammgebiet des katholischen Glaubens, so möchte man glauben. Ein zweiter Blick jedoch lässt mehr erkennen. Beispielsweise das meist friedliche Miteinander Oberpfälzer Katholiken und Protestanten, die sich sogar für ihre Gottesdienste eine Kirche teilten. Oder dass es sehr viel mehr Protestanten in Salzburg und Berchtesgaden gäbe, wenn sie nicht durch katholische Bischöfe aus ihrer Heimat vertrieben worden wären. In Südtirol erkannten die Protestanten ihre Konfessionsbrüder an bestimmten Darstellungen im Hausgang der Bergbauernhöfe.
Bekannter ist dagegen, dass die Augsburger sich im 17. Jahrhundert besonders tolerant zeigten und daher bis heute mit einem eigenen Feiertag, dem Hohen Friedensfest belohnt werden. In München erhält erst im Jahr 1801 der Pferdehändler Johannes Balthasar Michel als erster Protestant das Bürgerrecht. Viele Geschichten und auch Lieder ranken sich um die Lutherischen und das "Katholischmacha" zwischen Bayreuth und Bozen.