Bayern 2

musikWelt Musik aus aller Welt

Julie Fowlis | Bild: picture-alliance

Sonntag, 29.10.2017
14:05 bis 15:00 Uhr

Bayern 2

Musik aus aller Welt
Mit Lo'Jo, Da Cruz, Julie Fowlis und vielen mehr
Interviewgast: Denis Péan, Gründer der französischen Band Lo'Jo
Moderation: Dagmar Golle

Lo'Jo aus dem westfranzösischen Angers zählt zu den dienstältesten französischen Bands der sogenannten Weltmusikszene. Vor über 30 Jahren legte Bandgründer Denis Péan den Grundstein für einen Sound, der bis heute Markenzeichen von Lo'Jo ist: Mit Zutaten aus Nordafrika, Mali, von Reggae und auch dem französischen Chanson, dazu der markante Gesang der beiden marokkanischen Sängerinnen. Im Interview stellt Denis Péan "Fonetiq Flowers" vor, das neue Album von Lo'Jo, das während einer Welttournee mit einem mobilen Studio in Georgien, Togo, Benin und China aufgenommen wurde. Obwohl Denis Péan seine Texte bewusst poetisch gestaltet, sind ihm bestimmte Botschaften dennoch wichtig: zum Beispiel die Spuren der französischen Kolonialherrschaft in Algerien, die bis heute sichtbar sind - und die damit verbundenen Schmerzen. Und er verrät, wie er 2001 das inzwischen weltberühmte "Festival au désert" in Mali mit begründete.

Auch in der Schweiz gibt es eine vitale gobalsounds-Szene: Da Cruz heißt eine Band aus Bern um die Brasilianerin Mariana da Cruz. Eine Sängerin, die zuvor in ihrer Heimat und in Portugal ihr Geld mit Bossa Nova verdiente und vor über 10 Jahren nach Bern umzog auf der Suche nach neuen Perspektiven: "Ich gehöre zu dieser Generation der Desillusionierten, die genug hat von ewigen Versprechen. Seit ich denken kann, wird der Jugend in Brasilien der Aufstieg zur Wirtschaftsmacht in Aussicht gestellt, doch passiert ist nichts." "Eco do futuro" heißt das neue Album von da Cruz, bei dem alles geboten wird, was für Bewegung und gute Laune sorgt: 70er Jahre Disco-Funk, Soul, Reggae, Kuduro und noch manches mehr.

"Wenn ich den Mund zum Singen öffne, kommt ganz oft wie von selbst ein gälisches Lied", sagt die Schottin Julie Fowlis. Auch wenn sie inzwischen auf dem Festland lebt, haben Kindheit und Jugend auf den Hebrideninseln sie massiv geprägt. Nicht nur musikalisch: Es sind Bräuche und Traditionen, aber auch unzählige Geschichten und Mythen, die sie noch heute auswendig kennt. Julie Fowlis hat schon etliche Preise gewonnen - darunter 2015 als "Folk singer of the year" von BBC 2 - und sie hat einen prominenten Fan: die Isländerin Björk.
Auch wenn sie zweisprachig aufwuchs, kam als Musiksprache für Julie Fowlis bislang ausschließlich Gälisch in Frage. Auf ihrem neuen Album mit dem lateinischen Titel "alterum" singt sie erstmals auch Englisch.