Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Luis Trenker und Berggeschichten

Das Matterhorn | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 17.10.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Luis Trenker
Der Berg ruft

Der Berg
Abgründige Erhabenheit

Das Kalenderblatt
17.10.1956
Der 13-jährige Bobby Fischer besiegt Meister im Schach
Von Christiane Neukirch

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Luis Trenker - Der Berg ruft
Autor: Florian Kummert / Regie: Petra Herrmann
Kernige Mannsbilder, und stolze Helden, denen der Steilhang nicht steil genug sein kann. Das ist die Welt des Luis Trenker. Der Pionier des Bergfilms brachte die eisigen Höhen der Alpengipfel in die Kinosäle. Mit "Der Berg ruft" gelingt ihm ein Meisterwerk, ein spannendes Drama um die Erstbesteigung des Matterhorns. Luis Trenker begeistert ein Millionenpublikum, idealisiert das Leben in seiner Heimat und der Bergwelt, gerät aber auch in die politischen Verstrickungen der Faschisten in Italien und des NSDAP-Regimes rund um die Zukunft Südtirols. Nach dem Krieg floppen einige seiner Filme, also erfindet sich der redegewandte Südtiroler als Geschichtenerzähler im Fernsehen neu, und als genialer Selbstvermarkter.

Der Berg - Abgründige Erhabenheit
Autor: Rolf Cantzen / Regie: Dorit Kreissl
Im Altertum galten Berge vor allem als ärgerliche und hässliche Hindernisse. Im 18. Jahrhundert änderte sich das. Schriftsteller wie Albrecht von Haller sprachen den Alpen Erhabenheit zu und Würde. Mit den Bergen wurden auch deren Bewohner geadelt. "Wohl dir, vergnügtes Volk! o danke dem Geschicke, / Das dir der Laster Quell, den Überfluss, versagt." Sie seien fleißig, edel, ehrlich, gesund - ganz anders als die verdorben, kränklichen und sittlich verwahrlosten Städter. Diese Zuschreibungen nahmen andere Schriftsteller auf und verbanden sie mit völkischen und nationalistischen Klischees. Doch bereits seit dem18. Jahrhundert gab es Kritik an diesen Konstruktionen "gutes Gebirgsvolk - verdorbene Städter: Heinrich Heine macht sich lustig - hier über die Tiroler. Sie seien "... von unergründlicher Geistesbeschränktheit. Sie sind eine gesunde Menschenrasse, vielleicht weil sie zu dumm sind, um krank sein zu können." Joseph Roth schreibt: "Auf den Bergen wohnt die Dummheit." Idealisierung und Spott setzen sich in der Literatur bis heute fort.

Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Petra Herrmann

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