Bayern 2

Zündfunk Generator Wie deutsch kann Pop sein?

Sonntag, 24.09.2017
22:05 bis 23:00 Uhr

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Bayern 2

Wie deutsch kann Pop sein? Musik und nationale Identität
Von Markus Metz und Georg Seeßlen
Internet: www.bayern2.de/zuendfunk
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Am Beginn der Entwicklung von Pop in der Bundesrepublik Deutschland war alles klar: Hier der deutsche Schlager, reaktionär, infantil, bieder, dort die angelsächsische Rockmusik von Elvis Presley bis Jimi Hendrix, der Sound von Revolte und jugendlicher Subkultur. Aber schon bald begnügten sich die Musiker in Deutschland nicht mehr mit einer oft bewusst lautmalerischen Aneignung der „fremden“ Sprache, sondern suchten nach Wegen, sich auch in der eigenen Sprache auszudrücken, was einem „Liedermacher“ natürlich leichter gelingt als einer Rock-Combo. Damit handelte sich Pop in Deutschland freilich ein enormes Problem ein - nicht nur, weil man argwöhnen musste, die deutsche Sprache habe einfach nicht den flow, nicht den Rhythmus und die Reduzierbarkeit der englischen Sprache. Man war dann eben doch wieder bei der Sprache der Väter angelangt und beim Konzept einer „eigenen Identität“, ein Begriff, der übrigens verdächtig oft bei der Entwicklung dessen benutzt wurde, was später als „Krautrock“ auch anderswo entdeckt wurde. Diese Identität freilich widerspricht dem nomadischen und flüssigen Charakter von Pop. Vom Krautrock über die Neue Deutsche Welle zur Hamburger Schule und jenen Teilen des deutschen „Indierock“, deren Sänger und Texter in aller Regel ohnehin eher Schriftsteller sind, und zum Deutschrap, mit seinen linken und rechten Flügeln - immer erscheint der Umgang mit der deutschen Sprache als ein Schlüssel für Stil und Absicht. Dass sich dann auch immer mehr Musiker finden, die regionale und nationale Identität, mal eher ironisch, mal ernsthaft politisch stiften wollen, dass sich ein dezidiert nationalistischer Ton breitmacht, vom Nazi-Rock ganz zu schweigen, scheint nur folgerichtig. Ein Generator über die Wandlung der deutschen Popmusik zum identitären Angebot durch spezifische Verwendungen der deutschen Sprache und Einspruch dagegen. Wiederholung vom 10.01.2016

Ein genauer Blick auf die Welt

Die Welt, in der wir leben, wird immer schnelllebiger und komplexer. Was in der einen Woche unsere Schlagzeilen bestimmt hat, ist in der nächsten schon wieder von den Titelblättern und damit auch von unserem Aufmerksamkeitsradar verschwunden.

Der ZÜNDFUNK Generator setzt dieser Entwicklung bewusst eine andere Stimme entgegen. Er nimmt sich Zeit, Themen, die ihm wichtig sind, genauer zu betrachten.

In Serien und monatlichen Schwerpunkten können einzelne Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang eingeordnet und diskutiert werden. Dabei stellt der ZÜNDFUNK Generator Autoren, Künstler, Aktivisten und Philosophen vor und greift aktuelle gesellschaftliche Debatten auf, vertieft und beleuchtet sie aus verschiedenen Perspektiven. Es geht um Literatur und Gesellschaft, Pop und Politik, das Universum und dem ganzen Rest.

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