Bayern 2

radioWissen Superkonsum

Konservendose mit Tomaten | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 21.09.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

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Bayern 2

Supermärkte
Die Entwicklung einer Verkaufsstrategie

Die Konservendose
Essen zum Mitnehmen

Das Kalenderblatt
21.9.1937
Tolkiens "Hobbit" wird veröffentlicht
Von Frank Halbach

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Supermärkte - Die Entwicklung einer Verkaufsstrategie
Autor: Lukas Grasberger / Regie: Stefanie Ramb
"Mein Name ist Piggly Wiggly / und sie können sich selbst bedienen." Mit diesen Zeilen setzte der Bluessänger Charlie McFadden 1930 einer neuartigen Verkaufsstrategie ein Denkmal. Die Supermärkte des Unternehmers Clarence Saunders hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die USA erobert, viele Konkurrenten seine 1917 patentierte Idee des "Piggly-Wiggly"-Ladens nachgeahmt: Statt sich in einem Geschäft in die Warteschlange einzureihen, bis ein Verkäufer die gewünschte Ware über die Theke reichte, machten sich die Käufer im Supermarkt selbst auf die Suche nach den Produkten ihrer Wahl. Der Kunde, der am Regal selbständig Verbrauchsentscheidungen trifft, war geboren. "Dieser empfand die Selbstbedienung als Autonomiegewinn", sagt der Berliner Konsumforscher Wolfgang König. Diese war zeit- wie kostensparend, und ermöglichte doch, Waren und Preise zu vergleichen. Produkte mussten durch optische Aufmachung auf sich aufmerksam machen - und wurden fortan auch aktiv beworben. Den Bedarf großer Warenmengen durch Supermärkte konnten nur Hersteller decken, die auf Massenproduktion umstellten. Rationalisierung und Effizienzgewinne riefen dennoch auch Kritiker des Massenkonsums auf den Plan: Die persönliche Beziehung zwischen Kunden und Verkäufer sei mit den Supermärkten verlorengegangen, hieß es. Umweltschützer bemängelten, das Vorhalten von Waren im Überfluss ebne den Weg in die Wegwerfgesellschaft.

Die Konservendose - Essen zum Mitnehmen
Autorin: Yvonne Maier / Regie: Frank Halbach
Napoleon Bonaparte, Oberbefehlshaber des französischen Militärs, machte sich im Jahr 1795 große Sorgen um seine Soldaten. Nicht wegen der Briten, militärisch hatten die Franzosen einiges drauf. Nein, der gefährlichste Gegner auf Europas Schlachtfeldern der frühen Neuzeit war der Hunger. Tausende Soldaten unterwegs zum Kampf - die Versorgung der Männer mit Nahrung war eine logistische Herausforderung, die kaum zu meistern war. Und in den Zeiten der Massenkriege reichte es auch nicht mehr aus, die Bauern vor Ort auszuplündern.
Eine Lösung musste her - und Napoleon lobte einen Preis von 12.000 Franc aus, für denjenigen, der es schaffte, eine praktikable Lösung des Nahrungsmittelproblems zu finden. Wenige Jahre später war sie erfunden und patentiert: die Konservendose. Bei sorgfältiger Handhabung kann man in der Wunderdose Nahrungsmittel fast unbegrenzt haltbar machen. Sie ist robust und verhältnismäßig leicht, so dass nicht nur Soldaten sondern auch Generationen von Campern und Singles auf sie schwören. Konservendosen sind eine technisch-kulinarische Herausforderung, die ersten Dosengerichte waren nicht mehr als matschige Pampe. Heute ist das anders, die Uni Hohenheim hat im Jahr 2008 ein Verfahren entwickelt, dass endlich dafür sorgt, dass Gemüse in Dosen knackig bleibt.

Moderation: Iska Schreglmann
Redaktion: Nicole Ruchlak

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